Category: General
Leben und Sterben im Universum: Bonner Astronomen simulieren am Computer, wie Sternhaufen entstehen und zerfallen
Bonn (ots) - Sterne entstehen im Universum in sogenannten
Sternhaufen aus interstellaren Gaswolken. Warum sich diese
unterschiedlich entwickeln, das haben Forscher der Universität Bonn
jetzt mit Hilfe von Computersimulationen herausgefunden. Sie lösten
damit zumindest theoretisch das alte astronomische Rätsel, ob sich
Sternhaufen in ihrem Aufbau voneinander unterscheiden. Ihre
Ergebnisse haben sie jetzt in der Fachzeitschrift Monthly Notices of
the Royal Astronomical Society (MNRAS 380, 1589) veröffentlicht.
Astronomen wissen, dass alle Sterne in Sternhaufen entstehen. Sie
unterscheiden zwischen kleinen, jungen Sternhaufen von einigen
Tausend Sternen und großen Kugelsternhaufen aus Millionen eng
gepackten Sternen, die so alt wie das Universum sind. Die
physikalischen Prozesse ihrer Entstehung konnte man bisher nicht
vollständig berechnen.
Forscher vermuten, dass unsere Sonne in einem kleinen Sternhaufen
entstanden ist, der sich im Verlauf seiner Entwicklung aufgelöst hat.
"Sonst wäre unser Planetensystem möglicherweise durch einen nah
vorbei fliegenden Stern zerstört worden," sagt Professor Dr. Pavel
Kroupa vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn.
Professor Kroupa und Dr. Holger Baumgardt haben ein Rechenprogramm
entwickelt, das den Einfluss des im Haufen verbliebenen Gases auf die
Bahnen der Sterne simuliert. Ihr Hauptaugenmerk lag auf der Frage,
wie die anfänglichen Bedingungen aussehen müssen, damit ein
Sternhaufen länger überleben kann. Sie fanden heraus, dass zu kleine
Haufen leicht durch die Strahlung ihrer Mitgliedssterne zerstört
werden. Schwere Sternhaufen haben dagegen deutlich bessere
"Überlebenschancen". Und: Leichte und schwere Sternhaufen haben
denselben Ursprung. Professor Kroupa sagt: "Als das Universum geboren
wurde, gab es offenbar nicht nur Kugelhaufen sondern auch zahllose
kleine Sternhaufen. Jetzt ist es eine Herausforderung für die
Astrophysik, deren Überreste zu finden." Die Bonner Berechnungen
geben dafür wertvolle theoretische Hinweise.
Für weitere Informationen:
» http://www.presseportal.de/pm/52098/1073712/universitaet_bonn