English | Übersicht | Kontakt | Impressum | Login
02.05.2006 Alter: 7 yrs
Kategorie: General
Von: Mathias Schulenburg

Stern als Geburtshelfer

Bonner Astronomen simulieren die Wiege des Sonnensystems


Die Sonne - hat sie einen Schwesterstern? (Bild: AP)

Die Entstehung des Sonnensystems ist umfassend erforscht, und doch gibt es immer noch ungeklärte Fragen. Bonner und Wiener Astronomen haben einen Zwergstern als möglichen Geburtshelfer ausgemacht. Und das wirft die Hypothese auf, dass die Sonne einen Schwesterstern besitzt.

Handfester Kern der Hypothese vom Geburtshelferstern ist ein komplexes Programm, das mit vertretbarem Rechenaufwand simulieren kann, welche Wirkung der Vorbeiflug eines Sterns auf eine protoplanetare Scheibe aus Gas und Staub hat. Das von Ingo Thies am Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn geschriebene Programm sollte das Rätsel lösen helfen, wie innerhalb der etablierten Modelle unsere äußeren Planeten entstehen konnten. Ingo Thies:

"So eine protoplanetare Gas- und Staubscheibe, die existiert, das zeigen Beobachtungen, für etwa zehn Millionen Jahre maximal, eventuell sogar noch deutlich weniger, während die Entstehung der äußeren Planeten nach den derzeitigen Modellen größenordnungsmäßig 100 Millionen Jahre etwa braucht. Und das ist ein sehr großes Problem, wie man jetzt die Entstehung der äußeren Planeten und der Objekte im Kuipergürtel erklären soll. Als einen möglichen Ansatz haben wir den Vorbeigang eines Nachbarsterns gefunden. Dazu muss man wissen, dass die Sonne in ihren frühen Jahren ein Sternhaufen-Mitglied war, und da waren nahe Begegnungen sehr viel häufiger, als wir das jetzt im galaktischen Feld erwarten würden, und ein solcher naher Vorbeigang, der könnte die protoplanetare Scheibe durch seine Gravitationskraft so gestört haben, dass lokal Dichtewellen entstehen und dadurch Verklumpungen, die dann zu Planetenentstehungen führen können."

Für weitere Informationen:
» http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/503828/