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Kurze Historie des Argelander-Instituts für Astronomie

Die Astronomie entfaltete sich in Bonn seit der Berufung Argelanders (1836). Er errichtete die Sternwarte an der Poppelsdorfer Allee, die 1845 in Betrieb genommen wurde. Ab 1952 wurden die Teleskope zum neuen Observatorium Hoher List in die Eifel umgesiedelt. Mit den Beobachtungsmöglichkeiten für die Radiostrahlung (Errichtung des Radioobservatoriums auf dem Stockert 1956) und mit der Raumfahrt entwickelten sich Fachrichtungen, die zur Gründung des Radioastronomischen Instituts (1962), des Instituts für Astrophysik und Extraterrestrische Forschung (1964) und des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (1966) führten. 1973 bezogen die Institute gemeinsam das oben gezeigte Gebäude. Am 1.1.2006 wurden die drei Universitätsinstitute zum Argelander-Institut für Astronomie zusammengeführt. Das Hoher List Observatorium wurde am 30.06.2012 vom AIfA getrennt und geschlossen.

F.W.A. ARGELANDER - ein bedeutender Astronom und ein großer Bonner Wissenschaftler

F. Argelander wurde am 22. März 1799 als Sohn eines Kaufmanns und Reeders in Klaipeda (Memel) geboren. Im Jahre 1807 machte er die Bekanntschaft des Kronprinzen von Preussen, dessen Familie im Hause Argelander Schutz vor Napoleon suchte. 1817 ging Argelander zum Studieren der Wirtschaftswissenschaften nach Königsberg. Beeindruckt durch die Vorlesungen des Physikers und Astronomen F. Bessel (1784-1846) wechselte Argelander 1818 zur Astronomie und wurde 1820 "erster Gehülfe" Bessels. Nach seiner Promotion 1822 übernahm Argelander 1823 die Leitung der Universitäts-Sternwarte in Turku (früher Åbo) in Finnland. Nach der Verlegung der Universität nach Helsinki in 1828 wurde Argelander der erste Inhaber des neu gegründeten Lehrstuhls für Astronomie, und siedelte 1832 nach Helsinki über, wo er 1836 den Ruf an die Bonner Universität erhielt.

Argelander brachte die Astrometrie, die Messung der Sternpositionen, in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts zur Blüte. Seine herausragende Leistung war die erste großangelegte Vermessung des nördlichen Sternhimmels. Diese sogenannte Bonner Durchmusterung, in der Helligkeiten und Positionen von 324 000 Sternen verzeichnet waren, diente auch als Beispiel für etliche Nachfolgeprojekte und markiert gewissermaßen den Start der systematischen astrometrischen Großprojekte.