Der »Amok-Flieger« von Frankfurt war auch Amateurastronom!
Er interessierte sich nicht nur brennend für die bei der Challenger-Katastrophe
ums Leben gekommene Astronautin Judith Resnik, der er eine Homepage widmete
(die freilich nur aus Links zu fremden Seiten besteht): Der "Amokflieger"
Franz-Stephan Strambach, der am 5. Januar Frankfurt in Atem hielt, engagierte sich
auch - zeitweise - bei der Beobachtung von Satelliten und gegen Lichtverschmutzung.
Jedenfalls entwarf er eine der ersten deutschen Webseiten mit Informationen über dieses
damals noch kaum bekannte Umweltproblem und ist immer noch der Besitzer der Domain
(die ihm die Fachgruppe Dark Sky nun aber entreissen will). Seit mehreren Jahren hat
Strambach bereits den Kontakt zu der Fachgruppe eingestellt, wie man dort nachdrücklich
betont. [8., aktualisiert 10.1.2003]
[584] Links: die Seite
www.lichtverschmutzung.de, die
u.a. von A. Hänel empfohlen wird, eine - identische - Version, die im Header als
Strambachs
Homepage bezeichnet wird, seine
Resnik-Fanpage und ein
ein Posting mit einer
UFO-Beobachtung;
außerdem Strambachs Eintrag in "Homepages of the Insane" und ein paar Artikel von
Welt,
Reuters
[Independent],
SpaceRef,
CNN,
AP,
N-tv - und das (angebliche)
Protokoll des Funkverkehrs zwischen Strambach, dem Tower und Resniks
Bruder.
Theorie der Mondentstehung auch chemisch untermauert
Die Bildung des Erdmondes aus den Trümmern eines
gewaltigen Einschlags auf der ganz jungen Erde hat sich schon
vor über einem Jahrzehnt als Standardmodell
durchgesetzt, und dank immer detaillierterer
Computersimulationen sind die mechanischen Abläufe
zunehmend besser im Griff (siehe z. B. Artikel
307). Und jetzt gibt es auch einen weiteren entscheidenden Beleg aus der
Kosmochemie: Im Mondgestein gibt es mehr Eisen-57 relativ zu Eisen-54 als in
irdischem.
Diese Abreicherung des leichteren Isotops ist nur zu
erklären, wenn das Eisen in Dampfform vorlag (und es
leichter entweichen konnte). Und um Eisen zu verdampfen, ist
eine Temperatur von mindestens 1700°C nötig: So
etwas liefert nur die Theorie vom Großen Impakt (eines etwa
Mars-großen Planetesimals, manchmal Theia getauft, etwa
50 Mio. Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems), denn
nur in diesem Szenario steht schlagartig eine ungeheure Energie
zur Verfügung. Genauer gesagt rund 100 Millionen mal
mehr als bei dem großen Impakt vor 65 Mio. Jahren.
[5.1.2003]
[583] Quelle: New Scientist vom 21.12.2002 S.
15.
Europäische Pläne für optische Riesenteleskope wachsen zusammen
Die Planer eines 50-m-Teleskops in Schweden
(»Euro50«) und eines 100 Meter großen
Teleskopmonsters bei der ESO (»OWL«) haben sich
Ende 2002 auf eine Vereinigung der Milliarden Euro teuren
Projekte verständigt: Jetzt soll europaweit ein
»Extremely Large Telescope« oder »European
Large Telescope« (ELT) definiert werden, um entsprechende
Ideen in den USA noch zu übertreffen und die
gegenwärtige Führungsrolle mit dem VLT zu halten.
Und überhaupt seien Teleskope weit jenseits der heutigen
10-m-Klasse unverzichtbar, allein schon, um Spektroskopie der
vom Hubble-Nachfolger JWST (Artikel
564) zu entdeckenden extrem schwachen Galaxien betreiben
zu können.
Der Primärspiegel des ELT (über dessen
Durchmesser noch eifrig debattiert wird) soll aus tausenden von
Segmenten bestehen, die regelrecht am Fließband produziert
werden müssen, um die Kosten im Rahmen zu halten: Zu
demonstrieren, daß das überhaupt geht, ist eine der
ersten Aufgaben. Insgesamt sind für die Designstudien die
nächsten 4 Jahre anvisiert und für den Bau selbst
weitere 8 Jahre - vermutlich entweder in Chile oder auf der
Kanareninsel La Palma. Die Baukosten werden auf 600 bis 900
Mio. Euro geschätzt, die jährlichen Betriebskosten
auf 100 Mio. Euro. In den USA zweifelt man derweil an der
Machbarkeit eines Sprungs auf gleich 50 bis 100 Meter
Durchmesser und denkt eher über optische Teleskope der
30-m-Klasse nach - für die Europäer ist das einfach
zu konservativ ... [5.1.2003]
[582] Link: ein
RAS Press Release und die Homepages von
Euro50 und
OWL.
Zusätzliche Quelle: Science vom 20.12.2002 S. 2311.
Eine gigantische heiße Gasscheibe rotiert in einer Galaxie
Mit dem Satelliten Chandra ist die Röntgenemission einer
Scheibe mit 90'000 Lichtjahren Durchmesser in der jungen
elliptischen Galaxie NGC 1700 entdeckt worden - 100'000-mal
größer als jedes vergleichbare Objekt. Daß das
Gas in Rotation ist, ergibt sich aus seiner starken Abflachung, die
durch kein plausibles Gravitationspotential zu erklären ist;
direkt gemessen wurde die Bewegung nicht. Das mysteriöse
Phänomen dürfte mit der Entstehung der Galaxie
zusammenhängen, die vermutlich anders als
normalerweise (vermutet) ablief, nämlich durch die Fusion
von Spiralgalaxien.
Vielmehr könnten bei der Bildung von NGC 1700 eine
Spiral- und eine elliptische Galaxie zusammengestoßen sein,
wonach sich das heiße interstellare Medium im
gemeinsamen Gravitationspotential wiederfand - und der
Drehimpuls der Galaxienverschmelzung ließ es in der
Rotation zurück, die heute noch zu beobachten ist. Auf jeden
Fall scheint Vorsicht bei der Massenbestimmung von Galaxien
allein aufgrund der Menge des vorhandenen heißen Gases
geboten: Wenn es rotiert, darf nicht nur das Druckgleichgewicht
mit der Schwerkraft beachtet werden. [5.1.2003]
[581] Quelle: Statler & McNamara, Astrophys. J.
581 [20.12.2002] 1032ff. Link: ein Artikel aus der
NetZeitung.
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