Meldungen Nr. 661-670
vom 10.-20.5.2.2003
Aktuelle Meldungen / Archiv


Die nächste Attraktion: SoFi am 31. Mai!

Für Deutschland wird sie tief partiell, für Schottland, Island & Grönland ringförmig - aber extrem früh aufstehen müssen wir alle: Webseiten von Espenak, Williams und Seal und Artikel von Space.com (mit einem the Bild des Autors von einer ähnlichen SoFi 1992) und Sky & Tel.

Der Mond als Reiseziel ist wieder populär

Jedenfalls für unbemannte Sonden - aber im Gegensatz zum international koordinierten Marsprogramm geht hier jede Nation eigene Wege, was unabhängige Mondforscher befürchten läßt, letztendlich würde immer wieder dieselbe Wissenschaft betrieben. Aber daß überhaupt wieder eine Menge passiert, nach den relativ bescheidenen Orbitermissionen Hiten (Japan), Clementine (US-DoD) und Lunar Prospector (NASA), sehen die Selenophilen mit Freude. Schon relativ fest auf dem Startkalender stehen:

Vor allem in Asien denkt man intensiv über Mondsonden auch in den folgenden fünf Jahren nach (während es allen weiteren kommerziellen Ideen in den USA wie z.B. in Artikel 374 noch an Investoren zu fehlen scheint):
  • 2007 oder 2008 sollte der indische Mondorbiter startklar sein, für den inzwischen Kanada einen substantiellen Beitrag zugesagt hat; auch in Israel und Deutschland sowie bei der ESA hat man schon angefragt. Das endgültige Go der indischen Regierung steht allerdings noch aus.
  • Schon 2008 könnte auch Japans Selene B starten: Eigentlich war als nächste Mondmission die sehr aufwändige Selene-2 geplant, doch sie wurde immer teurer und wäre kaum vor 2010 fertig geworden. Daher gibt es nun den Vorschlag, einen kleineren 30-kg-Rover als »Selene B« in einem Mondkrater landen zu lassen.
  • Bis 2010 will auch China seinen ersten Mondorbiter Chang'e 1 geflogen haben, als Beginn eines ambitionierten Mondprogramms. Seit April scheint es offizielle Politik zu sein, doch die weiteren Schritte liegen noch ziemlich im Dunkeln.
In den Listen fehlt die NASA, aber auch das könnte sich ändern: Bis spätestens den 31.12.2009 soll die zweite Mission des neuen Programms »New Frontiers« (Artikel 420) starten. Als erste Mission dieser Serie teurer interplanetarer Projekte wurde jetzt stillschweigend die Plutosonde New Horizons (Artikel 644) adoptiert, und für die zweite hat nun ein Wettbewerb begonnen. Als »strawman missions« nennt die NASA dabei eine Kometen-Sample Return Mission, einen Jupiter-Polarorbiter mit Kapseln, eine Venus-Mission - und eine Lunar South Pole Aitken Basin Sample Return Mission. Die Fans solch eines Projekts haben sich bereits zu organisieren begonnen. [20.5.2003]

[670] Quellen: Science vom 2.5. S. 724-7 + Space News vom 5.5.2003 u.a. Links: die Homepages von SMART-1, TrailBlazer, LUNAR-A und Selene-1 und ein Artikel über die indischen Mondpläne.

Jede Menge Bilder der MoFi

vom 16. bzw. 15. Mai (siehe Artikel 666) aus Europa und Amerika gibt's bei der Rhein. Post und SpaceWeather, aus San Francisco, der Schweiz, Puschendorf, Bonn, Herne und Lübeck sowie von der ISS aus gesehen; viele weitere Seiten hat MoFi Info gelinkt. Artikel haben zudem Sky & Tel., BBC, AP und Rhein. Post.

Eine Sonde bis in den Erdkern schicken?

Eine prinzipielle Möglichkeit, eine Sonde bis in den Erdkern zu schicken, hat sich ein Caltech-Planetologe ausgedacht: Man reiße mit viel Schwung einen 300 m langen und tiefen und 1 m breiten Spalt in die Erdkruste, fülle ihn sofort zur Gänze mit flüssigem Eisen und lasse darin eine grapefruitgroße Sonde aus Metall mit hohem Schmelzpunkt mitschwimmen. Unter seinem eigenen Gewicht werde sich das Eisen sogleich mit 5 m/s mitsamt der Sonde in Richtung Erdzentrum aufmachen, während sich der Spalt dahinter wieder schließt: In etwa einer Woche ist der flüssige Erdkern erreicht. Meßdaten könnte die Sonde dabei per codierter seismischer Wellen an die Oberfläche senden, wo sie die LIGO-Gravitationswellendetektoren registrieren.

Ein Problem (von vielen): Um den Spalt aufzureißen, sind 1015 Joule erforderlich, was mehreren Megatonnen TNT, einer großen Atombombe oder einem Erdbeben der Stärke 7 entspricht. Der Energieaufwand, um eine bestimmte Strecke nach unten voranzukommen, ist etwa 1 Mrd. mal größer als für den entsprechenden Weg nach oben (in den Weltraum), aber keiner der technischen Aspekte erscheint prinzipiell unlösbar. Und Stephenson findet, daß das Experiment für ein paar Milliarden Dollar machbar sein müßte - mit traditioneller Bohrtechnik ist man jedenfalls nur bis in 10 km Tiefe vorgedrungen. Nur gäbe es leider »kein Untergrund-Äquivalent der NASA«, das für solch ein Projekt zuständig sei ... [20.5.2003]

[669] Quelle: Stephenson, Nature 423 [15.5.2003] S. 239-240. Links: Details, ein Caltech Press Release und Artikel von BBC, ABC, Space.com, ZEIT und NetZeitung.


Eine letzte Chance für die Gravity Probe-B

Zwei Begutachtungen des immer wieder verschobenen Satellitenprojekts zum Test der Allgemeinen Relativitätstheorie (siehe
Artikel 616) sind am 30. April vorgelegt worden und halbwegs positiv ausgefallen - woraufhin die NASA drei Kriterien festgelegt hat, die das Projekt erfüllen muß: Wenn das Meßsystem bei einem von zwei Themalvakuumtests versagt oder dem Team kein besserer Missionsoperationsplan einfällt, wird das Unternehmen abgebrochen. Die technische Begutachtung hatte ergeben, daß die Gravity Probe-B »in relativ gutem Zustand« sei, bis auf bestimmte Aspekte einer Heizung, von Sicherungen und des Star Sensors.

Das erwecke Zweifel, ob ein Start in diesem Herbst zu schaffen sei, und erzwinge zwei weitere Thermaltests, um die Bedingungen im Weltraum zu simulieren. GPB-PI Francis Everitt hält die Darstellung der Schwierigkeiten durch die Gutachter für stark übertrieben - und kritisiert erst recht die Schlußfolgerungen einer zweiten Begutachtung: Die hatte eine gewisse »Erosion« des wissenschaftlichen Werts der Mission festgestellt. Das GPB-Team hält einen Start schon im September für möglich, die NASA geht eher vom Jahresende aus. [20.5.2003]

[668] Quelle: Science vom 9.5.2003 S. 880.


Die Atlantis hätte die Crew der Columbia retten können

Freilich nur wenn man a) bereits kurz nach dem Start den starken Verdacht gehabt hätte, daß die Columbia die Rückkehr nicht würde überstehen können, b) Astronauten bei einem improvisierten Ausstieg (EVA) den Schaden bestätigt hätten und man es c) gewagt hätte, trotz der Beschädigung der Columbia beim Start noch einen weiteren Shuttle zu starten: Das hat eine interne NASA-Untersuchung ergeben, die heute der Zeitung Florida Today in die Hände fiel. Danach wäre es durch sparsames Haushalten möglich gewesen, die Columbia bis zu 30 Tage im Orbit zu halten, und bereits am 9. oder 10. Februar hätte die Atlantis mit einer Minimalbesatzung starten können, die gerade für einen ISS-Besuch am 1.3. vorbereitet wurde.

Die Atlantis und die Columbia wären dann in Formationsflug gebracht worden (Ladebucht zu Ladebucht), und die Atlantis-Crew hätte bei einer ersten EVA Raumanzüge und Geräte zum Abbau von Kohlendioxid in der Atemluft zur Columbia gebracht. Anschließend wären die Columbia-Astronauten bei weiteren EVAs in kleinen Gruppen durch den Raum zur Atlantis geleitet worden - und anschließend hätte man die Columbia sicherheitshalber gezielt im Meer versenken müssen, da der Orbiter nicht zu retten gewesen wäre (siehe Artikel 660). Zu diesen dramatischen Entscheidungen ist es aber nie gekommen, womit solch eine Apollo-13-ähnliche Rettungsaktion nie auch nur zur Debatte stand. Weitere Entwicklungen:

  • Der Einschlag des Schaumstoff-Fragments wurde von Columbia-Sensoren gemessen, deren Daten sich allerdings nur auf dem Band des geborgenen Datenrekorders befinden und nicht zur Erde gefunkt wurden. Ein Beschleunigungsmesser registrierte im Augenblick des Impakts einen starken Ausschlag, und eine Sekunde lang vibrierte die ganze Tragfläche »wie eine Glocke«. Ob durch den Einschlag sofortiger Schaden entstand, verraten die Aufzeichnungen indes nicht. Derweil hat die Auswertung aller 70 verfügbaren guten Filme von Shuttle-Starts insgesamt sieben Fälle (Columbia inklusive) ergeben, in denen genau an der »Bipod-Rampe« des Außentanks Isolationsteile abbrachen, wo es auch am 16. Januar geschehen war (bei den 43 anderen Starts waren das Licht und/oder die Sichtwinkel zu schlecht gewesen).

  • Das Leck in Columbias Tragfläche war klein, als der Orbiter in die Atmosphäre eintrat, zeigen die neuesten Analysen der NASA: Wenn zu diesem Zeitpunkt bereits die ganze untere Hälfte des RCC-Panels Nr. 8 gefehlt hätte, wäre der Orbiter kaum bis Osttexas gekommen sondern schon viel früher auseinandergebrochen. Eher würde es passen, wenn das T seal zwischen zwei Panelen 7 und 8 ganz oder teilweise gefehlt hätte, wodurch nur ein schmaler Schlitz entstanden wäre. Und die Röntgenuntersuchungen von Metallspuren am Innenrand der oberen Hälfte des Panels 8 deuten inzwischen an, daß dieses Leck näher zum Rumpf der Columbia hin saß, vermutlich nahe der unteren Ecke des Panels auf der Rumpfseite.

  • Defizite im Sicherheits-Management der NASA werden einen wesentlichen Teil des CAIB-Berichts ausmachen, der Ende Juli oder Anfang August fertig sein soll - und eine NASA-interne Untersuchung ist bereits Vorfällen auf den Grund gegangen, wo man einer Shuttle-Katastrophe nur knapp entging. Der prominenteste Zwischenfall ereignete sich beim Start der Atlantis zu STS-112 im Oktober 2002, als eines von nur zwei Kabeln mit dem Kommando zum Freisprengen der Booster-Bolzen auf der Rampe versagte - hätte auch die zweite Leitung versagt, wäre es wohl zu einer Katastrophe gekommen. Jetzt hat sich herausgestellt, daß es mit diesen Kabeln immer wieder Probleme gegeben hatte, doch trotz ihrer kritischen Rolle war dem nie auf den Grund gegangen worden.
Und jetzt noch etwas Erfreuliches aus der bemannten Raumfahrt: Echte wissenschaftliche Ergebnisse von der ISS in einer Fachzeitschrift - soetwas gibt es tatsächlich! Und zwar im New Journal of Physics vom Experiment PKE-Nefedov unter Leitung von Gregor Morfill vom MPI für Extraterrestrische Physik, das bereits seit Februar 2001 auf der ISS läuft. Hier werden »staubige Plasmen« erforscht: Argon-Kerne schwimmen in einem See aus Elektronen, dann werden 7-µm-Kügelchen hinzugegeben. Sie sammeln die Elektronen auf, werden negativ geladen - und bilden regelrechte Kristalle, deren Verhalten sich per Videokamera verfolgen läßt. PKE-Nefedov hat manchen ISS-Astronauten deratigen Spaß gemacht, daß sie sogar in ihrer Freizeit weiter experimentierten. [20.5.2003]

[667] Links: Florida Today zu der prinzipiellen Rettungsmöglichkeit, Spaceflight Now mit weiteren Details der Untersuchung und AP zu den Vorbereitungen der Beschuß-Tests. Außerdem Space.com zu ersten Erkenntnissen über den Soyuz-Zwischenfall und Space Today über Kritik an der Sicherheitskultur bei der NASA. Zusätzliche Quelle: New Scientist vom 10.5.2002 S. 17 zum PKE-Experiment.


MoFi im letzten Moment ...

Jedenfalls für Deutschland: Die Mitte der Totalität fällt (im Westen des Landes) fast exakt mit dem Sonnenaufgang am 16. Mai zusammen, aber die erste Partialität sollte noch zu beobachten sein, 10° und weniger hoch am Himmel und in der einsetzenden Dämmerung - vielleicht ein schönes Fotomotiv (der partiell verfinstert in der Abenddämmerung aufgehende Mond war jedenfalls eins, im September 1978). Die Sonne (Deklination +19°) steht jeweils ungefähr so tief unter dem Horizont wie der Mond (-19°) darüber. In dieser Tabelle grobe Zahlen für Bonn:

Phase MESZ Mond Sonne
Beginn Partialität 4:05 12° -12°
Zu 1/3 partiell 4:25 10° -10°
Etwa halb partiell 4:35 -9°
Zu 2/3 partiell 4:50 -7°
MoFi nahezu total 5:10 -5°

Mit dem Eintritt des ganzen Mondes in den Kernschatten in der hellen Dämmerung wird er vermutlich unsichtbar werden - außer die Umbra ist ungewöhnlich hell und hinterläßt ein rosiges Schimmern. Mondunter- und Sonnenaufgang sind dann gegen 5:45 MESZ. [15.5.2003]

[666] Links: Webseiten von Espenak und MoFi Info, Science@NASA, Press Releases von ASP und S&T und Artikel von BBC, Astronomy, CSM, Space.com, Welt und NetZeitung.


Hayabusa alias MUSES-C: Die erste Asteroiden-Sample Return Mission hat begonnen!

Zum ersten Mal seit 1976, als mit der sowjetischen
Luna 24 letztmalig eine Bodenprobe vom Mond geholt wurde, ist eine Raumsonde unterwegs, um Splitter eines fremden festen Himmelskörpers zur Erde zu bringen: Die japanische Hayabusa (Falke), wie MUSES-C des japanischen Weltrauminstuts ISAS seit dem erfolgreichen Start auf einer M-V-Rakete am 9. Mai genannt wird, ist allerdings in erster Linie ein Ingenieurexperiment. Das Akronym MUSES steht steht schließlich für »Mu [gemeint ist die Raketenserie von ISAS] Space Engineering Spacecraft« und das C für die dritte derartige Mission, nach dem Mondorbiter Hiten und dem Radioastronomiesatelliten Halca. Der letzte M-V-Start war 2000 gescheitert (eine Düse hatte sich aufgelöst), diesmal ging alles glatt.

Hayabusa - Startmasse 500 kg, Maße 1.5 x 1.5 x 1.2 Meter - soll vor allem vier Technologien demonstrieren (und dabei sozusagen als Nebenprodukt etwa 1 Gramm Asteroidenmaterial zur Erde bringen): ein Ionentriebwerk, autonome Navigation, ein neuartiges System zum Sammeln von Bodenproben auf sehr kleinen Körpern und deren Transport zur Erde. Die ersten beiden Techniken hat bereits die US-Sonde Deep Space One mit Bravour demonstriert (siehe Artikel 380), die anderen sind Neuland - und insbesondere das Verfahren zum Probensammeln stellt eine höchst innovative Mischung aus einer Landung und einem Vorbeiflug dar.

Bald nach dem Start wird das Ionentriebwerk eingeschaltet und praktisch kontinuierlich laufen: Im Bodentest hat es bereits unter Beweis gestellt, daß es die notwenigen 18'000 Stunden Brenndauer durchstehen kann. Xenon wird ionisiert und elektrisch beschleunigt: 65 kg sind an Bord, dazu 50 kg chemischer Treibstoff. Im Sommer 2005 wird das Zielobjekt, der Asteroid Nr. 25'143 alias 1998 SF36 (siehe Artikel 87), erreicht und zunächst 5 Monate lang in 20 km Höhe umkreist, um ihn mit diversen Instrumenten ausgiebig zu charakterisieren. Dann beginnt die heiße Phase des Anflugs auf den nur 300 x 700 Meter großen Football, wobei Hayabusa viele kritische Entscheidungen autonom treffen wird, allein auf der Basis von Kamerabildern und Laser-Entfernungsmessungen.

In etwa 10 km Höhe wird zunächst verharrt, die Fernerkundung intensiviert und der erste Landeplatz ausgesucht; auch ein kleiner Hüpfroboter namens MINERVA wird jetzt abgesetzt (ein weiterer amerikanischer Lander wurde gestrichen; siehe Artikel 150). Dann wird der Abstieg fortgesetzt: In 100 Metern Höhe wird ein Target Marker abgeworfen, der 10 cm groß ist und einen Laserstrahl von der Sonde hell zurückwirft (außerdem trägt er eine Art Zettel mit über 800'000 Namen, die die Planetary Society während einer PR-Kampagne 2002 eingesammelt hat). Nun übernimmt ein komplizierter Laser Range Finder mit mehreren Strahlen den Abstieg, wobei Hayabusa die letzten Meter mit ausgeschaltetem Triebwerk und nur in (sanftem) freiem Fall zurücklegt, um den Boden nicht zu verunreinigen.

Jetzt ist das Sammelhorn an der Reihe: Sobald dieser große Trichter den Boden berührt, wird ein Geschoß mit ein paar Gramm Masse mit 300 m/s auf Asteroid Nr. 25'143 gefeuert - und was immer dabei aus der Oberfläche freigeschlagen wird, saugt die Sonde ein. In umfangreichen Laborversuchen haben sich die Japaner überzeugt, daß dies die beste Technik für kleine Asteroiden ist, v.a. wenn man deren Beschaffenheit und Festigkeit vorher kaum kennt. Nach nur einer Sekunde »Aufenthalt« zündet das Triebwerk schon wieder, und Hayabusa kehrt in 100 m Abstand zurück, um weitere Kommandos von der Erde abzuwarten: Noch mindestens zwei Mal soll die Prozedur an anderen Stellen wiederholt werden, so daß schließlich einige zehntel bis einige Gramm Proben an Bord sind.

Ende 2005 tritt Hayabusa dann die Rückreise an, die im Juni 2007 mit dem feurigen Wiedereintritt der Probenkapsel mit über 12 km/s über Australien enden soll: Die 20-kg-Kapsel wird dabei viel heißer als Space Shuttles oder selbst die Apollo-Kapseln. Gelandet wird schließlich am Fallschirm im Testgelände von Woomera - was im Vorfeld zu allerlei bürokratischen Verrenkungen geführt hat, denn die Australier wollten haarklein sicherstellen, daß die extremen Einfuhr- und Quarantänebestimmungen des Landes gewahrt bleiben und ja keine Aliens eingeschleppt werden können. Letzteres ist eher unwahrscheinlich: Asteroid Nr. 25'143 ist ein besonders primitiver Himmelskörper, u.a. deswegen wurde er schließlich als Ziel ausgewählt ... [10.5.2003]

[665] Links: die - inzwischen recht informativ gewordene - englischsprachige Homepage des Projekts und Artikel von Spaceflight Now, AFP, Planetary Society und Welt zum Start.

Die Planung für die nächste Sample Return Mission vom Mond - und zwar aus dem Aitken-Becken nahe des Südpols - als Kandidat für zweite New Frontiers-Mission nach dem Pluto-Flug beginnt allmählich: Space.com.


Rosetta in Gefahr - weil andere Missionen zu teuer wurden

Blufft der ESA-Wissenschaftsdirektor nur im Vorfeld wichtiger politischer Entscheidungen im Mai, oder steht die Kometenmission Rosetta tatsächlich am Rande eines Abbruchs - trotz der rund 900 Mio. Euro, die bereits investiert wurden? Ende April hat David Southwood jedenfalls das Science Program Committee der ESA über eine akute Notlage informiert, in die das ganze Wissenschaftsprogramm geraten sei: Wenn nicht umgehend 80 Mio. Euro aus anderen Töpfen gefunden werden könnten, drohe ein Disaster. Dabei war seine ursprüngliche Schätzung, die finanziellen Folgen der Startverschiebung für Rosetta würden zwischen 50 und 100 Mio. Euro liegen (siehe Artikel
590 und 600c), durchaus korrekt gewesen: Der aktuelle Betrag sind 70 Mio. Euro, eine Summe, die das Programm noch verkraften könnte.

Doch im gleichen Zeitraum haben andere, nicht minder wichtige Projekte zwischen 67 und 73 Mio. Euro Mehrkosten verursacht: die Startverschiebung der Mondsonde Smart-1 (auf derzeit den 22. August) ebenso wie Kostensteigerungen bei den Instrumenten der Observatorien Herschel und Planck. Andere Missionen für Rosetta opfern will Southwood keinesfalls, doch mit nunmehr 140 Mio. Euro kommt er einfach nicht mehr klar (da nach den ESA-Regeln keine Mittel aus künftigen Jahren vorgezogen werden dürfen). Aber auch ESA-Generaldirektor Rodota ist ratlos, zumal ausgerechnet die beiden größten Beitragszahler Frankreich und Deutschland besonders knapp bei Kasse sind. Ungeachtet des drohenden Unheils soll aber am 24. Oktober die Startkampagne von Rosetta beginnen (s.a. Artikel 650): Das Fenster zu Komet Chury öffnet sich am 26. Februar 2004. [10.5.2003]

[664] Quelle: Space News vom 5.5.2003. Link: ein Memo an die Experimentatoren zu den Startvorbereitungen - so ist jetzt das Ablassen des Treibstoffs geglückt, während der Oxidator im Tank bleiben muß.


Beweisen »Neuschwanstein«, »Glanerbrug« und »Pribram« die Existenz heterogener Meteoriten-Ströme im Sonnensystem?

Was hat es zu bedeuten, daß mindestens zwei Meteoriten auf praktisch exakt derselben Bahn auf die Erde stürzten (siehe
Artikel 467), doch eine völlig unterschiedliche chemische Zusammensetzungen haben (Artikel 529) und, wie man jetzt weiß, auch noch ganz unterschiedlich lange als Einzelkörper im Sonnensystem zubrachten? Die Astronomen in Tschechien und Deutschland, die die Bahn des »Bayern-Boliden« vom 6. April 2002 aus Allsky-Kamerabildern exakt berechneten und so den bisher einzigen Fund eines dazugehörigen Meteoriten ein Vierteljahr später möglich machten, sehen das völlig anders als die Kosmochemiker, die diesem »Neuschwanstein« auf den Zahn gefühlt haben.

Für die Forscher an den MPIs für Chemie in Mainz und für Kernphysik in Heidelberg stand rasch fest: Der Meteorit von Pribram, der am 7. April 1959 auf die damalige Tschechoslowakei fiel (und der erste überhaupt mit fotografisch genau erfaßter Bahn war), und der Neuschwanstein sind derart unterschiedlicher Natur, daß lediglich eine »Scheinverwandtschaft« bestehen könne: Die ähnlichen Bahnelemente müßten mithin Zufall sein. Der Pribram ist ein gewöhnlicher primitiver Chondrit, der Neuschwanstein dagegen ein seltener Enstatit-Chondrit (nur 1.5% aller Fälle gehören in diese Kategorie), vom Typ EL6. Die Zahl 6 bedeutet dabei, daß der Stein mit etwa 800°C eine starke Metamorphose durchmachte - sie wird allenfalls im Inneren eines Kleinplaneten durch die Wärme radioaktiven Zerfalls erreicht.

Auch die Reisezeiten der beiden Meteoriten seit ihrer Absprengung aus dem entsprechenden Mutterkörper lassen sich kernchemisch bestimmen: Sobald sie »frei« sind, müssen sie der Kosmischen Strahlung trotzen (die in einen festen Körper nur 1 m tief eindringt): Die Edelgase aus dem Neuschwanstein zeigen, daß er rund 48 Mio. Jahre unterwegs war, während der Pribram nur etwa 12 Mio. Jahre bis zum Fall brauchte. Und doch halten die Betreiber des Feuerkugel-Netzwerks einen Zufall für ausgeschlossen: Die Bahnelemente der beiden Meteoriten stimmten derart gut überein, daß man von »einem 'Strom' ähnlicher Objekte« ausgehen müsse, wobei andererseits »ein gemeinsamer ursprünglicher Mutterkörper für die beiden Objekte höchst unwahrscheinlich ist.«

Solch ein »Meteoriten-Strom« müßte - hochgerechnet aus der Effizienz der Kamera-Netzwerke damals bis heute und dem Abstand der beiden späteren Meteoriten voneinander im Raum - rund eine Milliarde Körper ähnlicher Größe enthalten: Wäre er aus einem einzigen Mutterkörper hervorgegangen (was wegen der extremen chemischen Unterschiede aber fraglich ist), dann wäre dieser mindestens 600 Meter groß gewesen. Interessanterweise gibt es nun weitere Feuerkugeln, deren rekonstruierte Bahnen zu demselben Strom passen würden - und auch ein berühmter Meteoritenfall aus dem Jahr 1990. Damals waren - wieder mal am 7. April - im niederländischen Glanerbrug jede Menge Meteoriten gefallen, doch mangels fotografischer Aufnahmen konnte die Bahn der Feuerkugel nur vage aus visuellen Beobachtungen rekonstruiert werden.

Trotzdem fiel eine frappierende Ähnlichkeit dieser Bahn mit der des Pribram-Meteoriten auf - wobei aber auch die Chemie des Glanerbrug, eines L-LL-Chondriten, nicht zur einfachen Chondriten-Natur des Pribram paßt. Vielleicht, wurde spekuliert, gehörte der Pribram zum Urgestein des Mutterkörpers, während es sich beim Glanerbrug um Regolith-Brekkzie handelte? Oder aber beide entstammten einem »heterogenen 'rubble pile'-Asteroiden.« Zwei Asteroiden haben ebenfalls ähnliche Bahnelemente wie die Feuerkugeln, darunter (4486) Mithra. Der konnte im Sommer 2000 per Radar näher untersucht werden und zeigte prompt eine krasse Taillie in der Mitte: ganz wie man es für einen 'rubble pile'-Asteroiden erwarten würde. Enge Begegnungen mit Planeten könnten solch einem lockeren Körper leicht immer wieder Brocken entreißen, die dann einen Strom künftiger Meteoriten bilden würden. [10.5.2003]

[663] Quellen: Langbroek, Radiant [Journal of the Dutch Meteor Society] 23 # 4 [Sept. 2001] 76-8 + MaxPlanckForschung # 4/2002 S. 16-17 + Spurny & al., Nature 423 [8.5.2003] S. 151-3. Links: das komplette Nature-Paper und Artikel von Welt und NetZeitung.

Großer Meteoritenregen nach Asteroidenkollision - vor 500 Mio. Jahren? Solch ein Ereignis im Hauptgürtel würde die vielen fossilen Meteoriten in mehreren schwedischen Steinbrüchen (s.a. Artikel 351!) am besten erklären, denn es wären in der Folge 100-mal so viele Meteoriten pro Zeiteinheit auf die Erde gefallen wie heute: ein Rice University Press Release und Artikel von BBC und NetZeitung.


Ein weiterer Hinweis auf viele große Sterne schon 200 Mio. Jahre nach dem Urknall

steckt womöglich in der Kosmischen Hintergrundstrahlung (CMBR) - und zwar nicht nur in dem Polarisationsmuster, das jüngst der Satellit WMAP nachwies (siehe
Artikel 606), sondern auch in ganz kleinen räumlichen Strukturen der Strahlung selbst, wie sie nur wenige CMBR-Teleskope überhaupt nachweisen können. Sowohl die Instrumente CBI in den Anden (siehe Artikel 175) wie ACBAR am Südpol sehen auf den kleinsten Skalen (oder technisch gesprochen: bei den höchsten l-Werten im Powerspektrum) einen deutlichen Exzess, der nicht wie der Rest der CMBR der Physik zur Zeit der Entstehung dieser Strahlung 380'000 Jahre nach dem Urknall zugeschrieben werden kann. Vielmehr müssen diese Strukturen der CMBR erst viel später aufgeprägt worden sein.

Die naheliegendste Erklärung ist ein so genannter Sunyaev-Zeldovich-Effekt, bei dem heißes Gas die Energie der CMBR-Photonen leicht anhebt. Fragt sich nur, wo dieses Gas steckt: Den bekanntesten SZ-Effekt, der auch schon vielfach beobachtet wurde, verursachen Galaxienhaufen mit dem an sie gebundenen heißen Haufengas (das auch als Röntgenquelle direkt sichtbar ist). Doch was man heute über die Geschichte der Galaxienhaufen weiß, paßt nicht wirklich zum CMBR-Exzess bei großen l, wie sie das CBI sieht (während sie gerade noch zum Exzess bei der Beobachtungsfrequenz von ACBAR passen würden). Vielmehr, so wird nun postuliert, könnte diesen Exzess eine erste Generation sehr massereicher Sterne (»Population III«) verursacht haben, die starke Winde hatten und bald wieder als Supernovae untergingen.

Dieses Gas würde ebenfalls eine Art SZ-Effekt verursachen, und wenn sich das Drama bei einer Rotverschiebung nahe 20 abspielt, wären die CBI-Daten zu verstehen. Just bei z~20 aber kam es laut der WMAP-Polarisation zur Reionisation des Universums, was am besten durch viele massereiche Sterne mit ihrer starken UV-Strahlung zu erklären ist. Der CMBR- Exzess selbst ist jedenfalls nicht mehr wegzudiskutieren: Entdeckt worden war er bereits vor einem Jahr in den CBI-Daten von 2000, aber als in diesen Tagen auch Messungen von 2001 hinzugenommen wurden, ist er noch deutlicher geworden, zwar nicht mehr so hoch, dafür aber statistisch signifikanter. Oder in der Sprachwahl der CBI-Forscher: Statt »possible« ist er jetzt »probable« geworden. Das CBI wird derweil weiterentwickelt und wird sich künftig auch um die Polarisation des CMBR kümmern: Mit seinen 13 Antennen ist es dazu geradezu ideal. [10.5.2003]

[662] Quelle: ein Vortrag von A. Readhead, Caltech, am MPIfR in Bonn am 7.5.2003. Links: ein Jahr alte CBI-Papers von Mason & al., Pearson & al. und Sievers & al. mit dem ersten Hinweis auf den Exzess. Außerdem das MPI für Astrophysik mit Modellrechnungen zur frühen Reionisation nach WMAP durch eine Generation massereicher metallfreier Sterne und ein Paper von Prochaska & al. nebst Press Releases von ESA und UCSC zur Chemie einer Galaxie mit hoher Rotverschiebung, die ebenfalls von der Frühgeschichte der Sternentstehung zeugt.


Beschuß-Tests haben begonnen - und schon die erste Überraschung

Seit Anfang Mai werden am Southwest Research Institute im texanischen San Antonio kleine Fragmente aus Schaumstoff mit großer Wucht auf Flügelteile echter Space Shuttles geschossen - und auch wenn die realistische Simulation des Zwischenfalls beim Start der Columbia erst vom 2. bis 20. Juni auf dem Programm steht, so gibt es schon jetzt ein erstaunliches Ergebnis: Zumindest die Hitzekacheln auf der Flügelunterseite stecken die Einschläge fast folgenlos weg! Fünfmal wurde der linke Flügel der »Enterprise« in der ersten Maiwoche attackiert, und jedesmal gab es nur harmlose Schrammen. Nun gilt als gesichert, daß der fatale Schaden der Columbia bei den viel härteren RCC-Panelen an der Flügelfront begann (siehe
Artikel 660 und unten) - was das Quasi-Nullresultat bei den weicheren Kacheln bedeutet, ist noch völlig offen.

Die unabhängige Untersuchungskomission CAIB hat jedenfalls gut daran getan, in ihrer ersten Arbeitshypothese vom 6. Mai den Startzwischenfall zwar zu erwähnen, aber keinerlei Kausalzusammenhang zwischen ihm und der Katastrophe als gesichert hinzustellen. Auch um andere ungewöhnliche Vorgänge beim Start wie starke aerodynamische Kräfte (vgl. Artikel 625) kümmert man sich schon. Das aktuelle CAIB-Szenario ist im Wesentlichen eine Auflistung erwiesener Fakten, ohne daraus eine Kausalkette zu entwickeln. Danach trat die Columbia mit einem »unbekannten Schaden an einem RCC-Panel oder T seal im Bereich der RCC-Panels 5 bis 9 der linken Tragfläche« in die Atmosphäre ein, wobei »das Gebiet der RCC-Panels 8/9 der wahrscheinlichste Bereich des Schadens« war. Zehn (!) verschiedene Tests und Analysen müßten aber noch folgen, um das Szenario »zu verfeinern.«

Unterdessen steigt das wissenschaftliche Vermächtnis der Columbia und ihrer letzten Mission STS-107 überraschend an: In diesen Tagen haben viele Wissenschaftler zum ersten Mal Zugriff auf ihre Experimente, die teilweise schon am Tag des Unfalls geborgen aber erst einmal für die Untersuchung beschlagnahmt worden waren. Von manchen biologischen oder medizinischen Experimenten ist erstaunlich viel erhalten geblieben, wenn sie in stabilen Behältern verpackt waren: Dazu zählt auch das seinerzeit viel beachtete GOBBSS (Growth of Bacterial Biofilm on Surfaces during Spaceflight), das ein palästinensischer und ein israelischer Student gemeinsam entwickelt hatten. Ob die geretteten Experimente, darunter v. a. eins zur gezielten Krebsbekämpfung mit Mikrokapseln, allerdings noch sinnvolle Daten liefern können, wird sich noch zeigen müssen.

Apollo-Kapseln sind als ISS-Rettungsschiffe ungeeignet, hat eine schnelle Studie von Apollo-Veteranen ergeben: Zwar würden die Kapseln »die meisten« Kriterien erfüllen, die die NASA für das Orbital Space Plane festgelegt hat (siehe Artikel 631), doch es hapert entscheidend bei der Flexibilität der Rückkehr aus dem Orbit. Apollo-Kapseln landeten im Ozean und wurden von der Navy geborgen: Die würde heute der NASA gewaltige Rechnungen dafür präsentieren. Und auch die Vorgabe, einen kranken ISS-Astronauten binnen 24 Stunden ins Krankenhaus zu bringen, dürfte daran scheitern. Weitere Probleme würden der Andockmechanismus und der geringere Luftdruck in den Apollo-Kapseln aufwerfen: Die vielen nötigen Modifikationen (insbesondere wenn eine Landung auf festem Boden gefordert wird), würden wohl die Kostenersparnis durch die Verwendung existierender Pläne wieder auffressen.

Das Soyuz-Problem war wohl ein Softwarefehler, verlautet aus der Untersuchung des falschen Landeprofils vom 4. Mai, das - zur Überraschung von Crew wie Bodenkontrolle gleichermaßen - ballistisch abgelaufen war, mit der doppelten Belastung der Besatzung und einer Landung weit vom Ziel entfernt. Ein Besatzungsmitglied hatte lange vor dem Abstieg tatsächlich einen falschen Schalter bedient und damit das Andock-System »Kurs« aktiviert, doch das hatte die Bodenkontrolle rasch rückgängig gemacht: Bei den späteren Problemen sollte das keine Rolle gespielt haben. Ehe sie sich's versahen, waren Bowersox, Budarin und Pettit schon gelandet - und genossen erst einmal die Einsamkeit ohne Horden von Betreuern. Am 23. Mai soll ein Untersuchungsbericht vorliegen: Wenn's nur an der Software lag, könnte Soyuz TMA-2 an der ISS leicht aus der Ferne umprogrammiert werden. [10.5.2003]

[661] Links: Spaceflight Now zu den ersten SwRI-Tests, ein CAIB Press Release und Spaceflight Now zur Arbeitshypothese, ein Planetary Society Press Release zu GOBBSS, die Apollo-Studie und Artikel dazu von Space Review und UPI, die Wash. Post, AFP und AP zu einer PK mit der gelandeten Expedition 6 und Space.com zur Untersuchung des Zwischenfalls. Außerdem ein NASA Release und Artikel von Spaceflight Now und Space Today zur Benennung eines neuen Shuttle-Chefs, die Wash. Post über Geheimhaltungsfragen, eine Studie von Fla. Today über Risiken für die Bevölkerung durch abstürzende Orbiter - und der New Scientist über die Ergebnisse eines (u.a. deutschen) Staub-Plasma-Experiments auf der ISS. Zusätzliche Quelle: AW&ST vom 5.5.2003 S. 23 + 28-30.

US-Politiker halten das OSP für den falschen Weg - bei der ersten Anhörung über das Orbital Space Plane durch einen Senatsausschuß wurden die zu erwartenden enormen Kosten bei gleichzeitig arg eingeschränktem Nutzen angegriffen; mit dem alten Konzept eines Crew Rescue Vehicle hätte man dasselbe für 1/10 des Preises erhalten können: House Science Com. Democratic Membersh. PR.


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