Rechnungen zeigen: Nur ein Stern konnte »Sedna« auf ihre Bahn bringen
Die Theoretiker waren gerade fertig geworden, als sie von der
Existenz des Himmelskörpers 2003 VB12 alias Sedna
erfuhren - und er kam ihnen gerade recht: Eigentlich hatten sie
erklären wollen, wie der schon länger bekannte
Extremasteroid 2000 CR105 auf seine Bahn am Rande des
Kuipergürtels gekommen war (siehe Artikel 245), doch auf die noch weiter
draußen um die Sonne laufende Sedna (siehe Artikel 869) paßten
die Überlegungen genau so gut! Vier Mechanismen waren
nämlich durchgespielt worden, um 2000 CR105 auf seine
Ellipse zu bringen, und nur die enge Begegnung mit einem
Stern funktionierte, die Wirkung hypothetischer Planeten oder
Extrembewegungen Neptuns oder Verbiegungen des
Kuipergürtels dagegen nicht. Die Existenz von 2003 VB12
läßt sich durch exakt denselben Mechanismus
erklären. [25.3.2004]
[871] Links: ein Paper von
Morbidelli
& Levison - auch Sednas Entdecker
Brown &
al. sehen in der Sternpassage (die aus
statistischen Gründen für die Geburt der Sonne in
einem dichten Sternhaufen sprechen würde) die beste
Erklärung für ihre Bahn. Außerdem ein
provokatives Essay von
Stern und Artikel von
BBC und
Space.com
zur neu entflammten Diskussion um die Frage, was eigentlich ein Planet ist ...
So nah kam der Erde noch kein bekannter Asteroid ohne aufzuschlagen -
2004 FH hat mit minimalen 49'000 km vom Erdzentrum den 2003er Rekord aus Artikel 751 schon wieder gebrochen: ein
MPEC,
NEO News, ein
Filmchen
von 2004 FH am Himmel, eine Strichspur aus
La
Palma, ein APOD und Artikel von
Sky & Tel.,
AstroBiology,
Fla. Today,
BBC,
BdW und
NetZeitung.