Kugelhaufen oder Minigalaxie? Ein finsterer Begleiter der Milchstraße
gibt Rätsel auf und läßt sich noch nicht einmal
eindeutig einordnen: Er manifestiert sich lediglich als ganz
geringe Erhöhung der Dichte blauer Sterne in den Daten der
Sloan Digital Sky Survey, ein altes, metallarmes Sternsystem in
45±10 kpc (150±35 Tausend Lichtjahren)
Entfernung mit einer Absoluthelligkeit von -3(+2/-1)
MV. Sollte es sich um einen Kugelsternhaufen
handeln, dann würde er wohl gerade zerrissen und von der
Milchstraße absorbiert; alle bekannten Kugelhaufen mit so
geringer Leuchtkraft sind mindestens 5-mal kompakter.
Hätten wir es dagegen mit einer Zwerggalaxie zu tun, dann
wäre sie um einen Faktor von mehr als 10 kleiner und
leuchtschwächer als alle bekannten Exemplare. Eine Suche
im Halo der Galaxis nach weiteren solchen Objekten verlief bisher
ergebnislos. [25.10.2004]
[961] Links: ein Paper von
Willman & al., ein
SDSS Press Release
und Space.com.
Sterne auf abweichenden Bahnen ziehen in
Sonnennähe vorbei, zeigen Hipparcos-Eigenbewegungen
von 6000 Sternen in Kombination mit
Messungen ihrer Radialgeschwindigkeiten - vielleicht wurden die
gruppenweise reisenden aber nicht gemeinsam entstandenen
Sterne von Dichtewellen in Fahrt gebracht:
ESA Science News.
Der IR-Satellit Spitzer entdeckte einen Kugelsternhaufen
der Milchstraße, der von Staub im sichtbaren Licht
völlig verdeckt wird - auf der IR-Durchmusterung 2MASS
wurde er danach auch aufgespürt: ein Paper von
Kobulnicky & al., ein
JPL Release und
ein APOD.
Die Dynamik des Virgo-Haufens mit intergalaktischen
Planetarischen Nebeln vermessen hat man mit dem VLT - es
sind die Überreste sonnenähnlicher Sterne, die einst
aus ihren Galaxien gerissen wurden, und deren Bewegungen nun
zeigen, daß der ganze Galaxienhaufen noch nicht zur Ruhe gekommen ist:
ESO Press Release.