Die Sterne mit den größten Durchmessern
in der Milchstraße sind KW Sagittarii, V354 Cephei und KY
Cygni, die es jeder auf etwa 1500 Sonnendurchmesser bringen
oder 14 AU - und es sind alles Einzelsterne, die kein Begleiter zum
Aufblähen brachte (wie den ähnlich großen VV
Cephei). Der bisherige Rekordhalter µ Cephei wird knapp
abgehängt, und der wohl berühmteste Riesenstern
Betelgeuse bleibt mit seinen 650 Sonnendurchmessern noch weit
darunter. 74 Rote Überriesen waren bei einer
systematischen Durchmusterung beobachtet und die
eigentlichen Messungen - Helligkeit und Spektraltyp - anhand
neuer Computermodelle über die Rolle von Molekülen
in den Hüllen solcher Sterne sowie der bekannten
Entfernungen in Temperatur, Leuchtkraft und Durchmesser
umgerechnet worden.
Die drei Sterne sind mit rund 25 Sonnenmassen weder die
massereichsten bekannten (die haben 150 Sonnenmassen) noch
mit 300'000 Sonnenleuchtkräften die absolut hellsten
(andere bringen es auf einen Faktor 5 Millionen), noch sind sie mit
3450 Kelvin die kühlsten: Braune Zwerge liegen noch weit
darunter. Aber es ist die Kombination von mittelhohen
Leuchtkräften und relativ niedrigen Temperaturen, denen
sie ihre enormen Durchmesser verdanken: Würde man sie
anstelle der Sonne setzen, läge ihre Photosphäre
zwischen den Bahnen von Jupiter und Saturn. Bei den neuen
Temperatur- und Durchmesserbestimmungen ging es aber nicht
um eine Rekordjagd: Vielmehr liegen die neuen Temperaturen um
10% über den bisher angenommenen Werten, und Theorie
und Beobachtung stimmen erstmals exakt überein. [20.1.2005]
[A02] Quelle: Press Release von Levesque (MIT) &
Massey (Lowell Obs.) vom 10.1.2005. Links: eine
Grafik
und Artikel von BBC
und San Diego Union.
Ein Stern, der 200-mal so schnell rotiert wie die Sonne,
ist FK Comae nach Beobachtungen des Satelliten FUSE -
wahrscheinlich ist er das Produkt des Verschmelzens zweier Sterne:
U. Colorado Press Release.
Rote Riesen flackern stärker als gedacht, hat sich
beim Vergleich von WFPC2-Aufnahmen von 1995 und 1999
gezeigt - ob große Sternflecken, Flares oder Partnersterne
hinter diesem überraschenden (und für künftige
Satellitenmissionen störenden) Verhalten stecken, ist noch nicht klar:
NOAO Press Release.
21 neue Pulsare in einem einzigen Kugelsternhaufen sind
mit dem GBT entdeckt worden - damit sind in Terzan 5 nun derer
24 bekannt, alles offensichtlich recyclete Millisekundenpulsare:
NRAO Press Release.
Neue Zahlen zur Kohlenstoff-Bildung in Sternen gibt es
aus Laborexperimenten des CERN und in Japan, für 10
Mio. bis 10 Mrd. Kelvin Kerntemperatur - für normale
Sterne stimmen sie mit den herkömmlichen gut
überein, bei Exoten gibt es aber Abweichungen:
CERN Press Release,
BdW.
Mehrere UHECRs von derselben Quelle? Noch ist
die Statistik nicht überzeugend, aber die
Hochenergie-Astrophysik könnte der ersten kosmischen
Quellen von Kosmischer Strahlung extrem hoher Energie auf der
Spur sein: ein Paper von Farrar,
ein NYU
Press Release und ein Artikel von
Space.com.
Beta Pictoris, Vega: Neulich krachte es in den Scheiben
Wobei das »neulich« im ersten Fall die letzten
Jahrzehnte bis Jahrhunderte und im zweiten die letzte
Jahrmillion bedeutet - aber im kosmischen Maßstab ist
beides heute. Die Staubscheiben um beide Sterne enthalten
Teilchen, die so klein sind, daß sie der Strahlungsdruck
der Sterne in kurzer Zeit herausblasen müßte und sie
mithin durch fortdauernde Prozesse nachgeliefert werden
müssen. Bei Beta Pic zeigen neue Gemini-Bilder nur einen
definierten Klumpen auf einer Seite des Sterns, aus 0.1 µm
kleinen Teilchen, die extrem geringe Lebensdauern haben: Hier ist
eine gewaltige Kollision vor wenigen Dutzend Jahren die
naheliegendste Erklärung. Und bei Vega - wo die Teilchen
mehrere µm groß und damit langlebiger sind -
dürften in der letzten Million Jahre Pluto-große
Körper zusammengestoßen sein. Außerdem ist
Vegas Scheibe nach Beobachtungen mit dem IR-Satelliten Spitzer
mit einem Radius von mindestens 815 AU größer als
angenommen. [20.1.2005]
[A01] Links:
Gemini und
JPL Press Releases und ein Artikel von
Sky & Tel.
Tief in den Trifid-Nebel geschaut hat das IR-Teleskop
Spitzer und dabei die frühesten Phasen der
Sternentstehung gesichtet - und ein spektakuläres
Falschfarbenbild geliefert, das sich erheblich vom Anblick dieses
Gasnebels im Visuellen unterscheidet:
NASA Press Release.
Zwei mögliche Planeten Weißer Zwerge sind
bei einer Durchmusterung von 20 dieser toten Sterne entdeckt
worden, als winzige Lichtpunkte dicht daneben - zum
Spektroskopieren und damit Beweis ihrer Planetennatur leider zu schwach:
PSU Press Release.
Bilder mehrerer Kometen durch das IR-Teleskop Spitzer
liegen jetzt vor, insbesondere vom Kometen Encke und seinem
materiereichen Dust Trail, der auch für den Schnuppenstrom der Tauriden sorgt:
Spitzer Press Release.
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