Die MegaLithos News
Nr. B31-B40 vom 10.-30.10.2005
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Gravity Probe am Ende | Demonstrator fliegt | Superscharfer Sonnenfleck | LHB aufgeklärt? | Feiste frühe Galaxie | Hayabusa näher, neuer Ärger | Cryosat abgestürzt | Schönster Transit-Planet | Titans Methan-Quellen | Das wahre Seeing des "Dome C" | SSETI Express gestartet, kaputt? | Sekundärkrater machen Ärger

First Light für ein halbes LBT

Diese Aufnahme der Spiralgalaxie NGC 891 gehört zu den ersten, die mit einer Hälfte des Large Binocular Telescope auf dem Mt. Graham in Arizona entstanden, mit der Large Binocular Camera am 12. Oktober - benutzt wurde nur der vor einem Jahr installierte erste der beiden 8.4-Meter-Spiegel, aber der zweite ist ebenfalls vor kurzem angekommen, und Ende 2006 sollte das komplette Teleskop (an dem deutsche Institute zu 1/4 beteiligt sind) im Einsatz sein: die Homepage und Pressemitteilungen von MPG und LBT Cons. [30.10.2005]

Problem der »Sekundärkrater« unterschätzt

Nach einem größeren Impakt auf einem festen Himmelskörper und der Entstehung eines großen »primären« Kraters fallen eine Menge Ejektabrocken später wieder auf die Oberfläche zurück und schlagen ihrerseits viel kleinere »sekundäre« Krater - die sich von ihrem Aussehen her nicht von primären unterscheiden. Ihre räumliche Verteilung ist aber geklumpt, während die primären Krater völlig zufällig über die ganze Oberfläche verteilt sind und ihre Zahl pro Flächeneinheit meist die einzige Informationsquelle über das Alter einer Region liefert. Der Mond oder auch der Mars sind so dicht verkratert, daß primäre und sekundäre Kleinkrater ein einziges Durcheinander bilden - aber auf dem Jupitermond Europa ist die Kraterzahl so gering, daß man mit statistischen Methoden nach den zu erwartenden Haufen von Sekundärkratern suchen kann.

Eine komplizierte Analyse liegt nun vor, bei der über 27'000 Krater auf den besten Galileo-Aufnahmen Europas gezählt, der Grad der Nichtzufälligkeit ihrer Verteilung quantifiziert und das Ergebnis mit Monte-Carlo-Simulationen zufälliger Kraterverteilungen verglichen wurde. Das Ergebnis ist bedenklich: Rund 95% (!) der Krater auf Europa mit weniger als 1 km Durchmesser, auch in großem Abstand von bekannten Großkratern, müssen demnach Sekundärkrater sein, die man für die Datierung natürlich nicht verwenden darf (weil sie zu einer Überschätzung des Alters führen würden)! Die Effizienz der Sekundärkraterbildung scheint viel höher zu sein als bisher angenommen wurde. Größere - und viel seltenere - Krater sind nach wie vor als Altersmaß unbedenklich (sofern man die Anzahl der Impakte pro Zeiteinheit kennt), aber bei den kleineren dürfte auch im inneren Sonnensystem noch größere Vorsicht als bisher angeraten sein. [30.10.2005]

[B40] Quelle: Bierhaus & al., Nature 437 [20.10.2005] 1125-7. Link: ein Artikel von Space.com.

Fünf junge Braune Zwerge mit staubigen Klumpen im Orbit, aus denen sich wahrscheinlich Planeten bilden werden, sind mit dem Spitzer Space Telescope entdeckt worden, denn sie unterscheiden sich in keiner Weise von entsprechendem Staub um Protosterne - das Phänomen der Planetenbildung scheint damit unter vielerlei Umständen einzutreten: Spitzer und MPG Press Releases und ein Artikel von BdW.


Studentensatellit SSETI - und 7 weitere - gestartet; Kontakt verloren

Ein weitgehend in eigener Regie - und mit größtenteils geschenkter Hardware sowie unter Aufsicht des Education Dept. der ESA - von 400 europäischen Studenten gebauter Satellit, der SSETI Express, ist am 27. Oktober von einer russischen Kosmos 3M von Plesetsk aus zunächst problemlos in den Orbit gebracht worden, wo er kurz darauf drei mitreisende 1-kg-»Picosatelliten« aussetzte, binnen eines Tages jedoch überraschend den Betrieb einstellte. Noch vier weitere unabhängige Satelliten waren an Bord der Kosmos-Rakete gewesen, darunter der erste aus dem Iran (dessen verspätete Anlieferung auch zur Verschiebung des Starts der Kosmos um einen Monat geführt hatte). Der 62 kg schwere SSETI - »Student Space Exploration and Technology Initiative« - Express mißt 60 x 60 x 90 cm und hat eine Nutzlast von 24 kg, u.a. eine Erdkamera, die nun vielleicht nie zum Einsatz kommen wird. Aber interessanter war ohnehin, wie der Satellit entworfen und zusammengebaut wurde.

Die beteiligten Studenten saßen nämlich in 23 verschiedenen Organisationen in 12 Ländern über den ganzen Kontinent verteilt und kommunizierten überwiegend via Internet. SSETI war 2000 von der ESA ins Leben gerufen worden, um europäische Studenten in echte Raumfahrtprojekte einzubinden: Sie können selbst Hand anlegen und werden vielleicht zu Höherem motiviert. Der SSETI Express ist nun nach nur 18 Monaten intensiver Arbeit - und bei Kosten für die ESA von unter 100'000 Euro! - das erste Resultat, und die nächsten beiden Projekte sind bereits in Planung. Schon 2008 könnte mit SSETI ESEO, dem European Student Earth Orbiter, ein komplexerer Erdsatellit mit 120 kg Masse folgen, den eine Ariane 5 mitnehmen würde und dessen Technologie teilweise vom SSETI Express getestet werden sollte. Und für den Zeitrahmen 2012/13 wird oder wurde sogar ein European Student Moon Orbiter für möglich gehalten. [30.10.2005]

[B39] Links: ESA Press Releases vom 28. Oktober (noch einer), 27. Oktober und 26. Oktober, Pressemitteilungen der Unis Stuttgart und Würzburg und Artikel von Spacefl. Now, BBC, New Scientist und Space Today. Zusätzliche Quelle: Space News vom 26.9.2005 S. 14.

UV-Bilder Hubbles vom Mond

sind mit der Kamera ACS entstanden - es ging um die Suche nach bestimmten sauerstoffhaltigen Mineralien, die für künftige Raumfahrer von Interesse sein könnten: ein HST und NASA Releases und Artikel von Discovery, TIME, CSM, Space Today und BdW. [25.10.2005]

Quellen des Methans auf dem Titan aufgespürt?

In 82 Nächten ist der Saturnmond mit den Großteleskopen Keck und Gemini Nord mit Adaptiver Optik beobachtet worden, und 15-mal traten markante weiße Wolken in Titans Troposphäre auf, bis zu 2000 km lang aber jeweils innerhalb eines Tages wieder verschwunden - und immer über genau derselben Gegend. Offenbar besteht ein direkter Zusammenhang mit irgendetwas auf der Oberfläche, die an der Stelle aber keine auffälligen Besonderheiten wie eine dunklere Albedo aufweist: Die naheliegendste Erklärung ist, daß hier sporadisch Methan in die Atmosphäre entlassen wird, woraufhin die gestiegene »Luftfeuchtigkeit« zur Wolkenbildung führt. Allerdings ist bislang nicht erkennbar, ob das Methan aus schmalen Brüchen im Boden quillt oder von regelrechten Kryovulkanen ausgestoßen wird. [25.10.2005]

[B38] Links: Caltech, Gemini und U of A Press Releases und Artikel von Discovery und New Sci.


Super-Seeing am »Dome C« erst ab 30 Metern über dem Eis

Zum ersten Mal überwintern - seit dem 15. Februar - 13 Forscher auf der neuen Forschungsstation Concordia auf dem 3250 m hohen Berg in der Antarktis, darunter auch ein französischer Astronom, der fleissig Messungen der Luftruhe durchgeführt hat - und die Begeisterung von Australiern, die dort schon automatische Messungen durchführten (siehe
Artikel 950), nicht wirklich teilt. Denn deren spezielle Techniken konnten nur Seeing-Beiträge ab 30 Metern Höhe über dem Eis erfassen, während jetzt tatsächlich die Luftruhe in den ersten paar Metern über dem Boden gemessen wurde: Sie erweist sich mit 1.3±0.8 Bogensekunden selbst in 8.5 m Höhe als grottenschlecht.

Denn just die untersten 36 Meter der Atmosphäre werden hier - wegen eines enormen Temperaturgradienten - von schweren Turbulenzen heimgesucht: Erst wenn man ein Teleskop auf einen mindestens 30 m hohen Sockel stellen würde (durchaus nicht ungewöhnlich, beim 3.6-m auf La Silla oder dem CFHT auf Hawaii ist das z.B. der Fall), dürfte man das vielgelobte Sub-Bogensekunden-Seeing (Medianwert nach den neuen Messungen: 0.36±0.19 arcsec) wirklich ausnutzen können. Unter dieser Maßgabe bietet sich der Dome C tatsächlich als einer der weltbesten Standorte für die Astronomie an - und besser als der Südpol ist er allemal: Dort ist die turbulente Schicht über dem Eis 220 m dick. [25.10.2005]

[B37] Link: ein Paper von Agabi & al., die Homepage von Concordia und die Antarctic Sun über die erste Überwinterung dort.


Der »schönste« Exoplanet mit Transit

vor der Scheibe seiner Sonne unter den nunmehr 9 bekannten Fällen hat 1.1 Jupitermassen, umkreist HD 189733 alle 2.22 Tage umkreist und verursacht dabei einen Helligkeitsabfall des mit 7.7 mag. recht hellen Sterns um enorme 3 Prozent - selbst visuelle Beobachter müßten das im Feldstecher nachweisen können. Auch für die Profiastronomie ist der Fund (mit dem 1.9-m-Teleskop des Obs. Haute-Provence) ein Glücksfall, denn der Stern ist hell genug für den Satelliten Spitzer, was spannende Untersuchungen wie in
Artikel A43 verspricht. Der Satellit Hipparcos hat übrigens 1991 & 1993 mindestens einen und bis zu drei der Transits aufgezeichnet, ohne daß es jemand merkte: Dank der alten Timings vor 15 Jahren läßt sich die Umlaufsperiode des Planeten nun auf eine Sekunde genau angeben! [25.10.2005]

[B36] Links: Papers von Bouchy & al. und Hebrard & Lecavalier des Etangs, ein Obs. de Paris PR und ein Artikel von Sky & Tel.

Fehlstart: Cryosat abgestürzt!
Weil sich die zweite und die Oberstufe der am 8.10. in Plesetsk gestarteten Rockot nicht trennten, ist der ESA-Eisbeobachter nicht in den polaren Orbit gelangt, sondern in der Nähe des Nordpols abgestürzt. Wegen eines »Fehlers in der Startsequenz« hatte sich das Triebwerk der 2. Stufe nicht abgeschaltet, sondern bis zum Verbrauch allen Treibstoffs weiter gebrannt; dann waren beide Stufen und der Satellit nördlich von Grönland ins Meer gefallen - eine Untersuchungskommission der russischen Behörden ermittelt bereits, und die ESA könnte sich im Dezember für einen Nachbau entscheiden: ESA Releases vom 10. und 8. Oktober und 29. September und Artikel von BBC, Guardian, AFP, New Sci., Spacefl. Now und Space Today.
Ulysses schon 15 Jahre im Einsatz - und die Mission soll noch bis mindestens März 2008 laufen, zusammen also fast zwei volle Sonnenzyklen lang: ESA Press Release. [10.10.2005]

Hayabusa auf 7 km Abstand - und ein neuer Fehler

Am 30. September hat die japanische Sonde Hayabusa ihren Abstand vom Asteroiden Itokawa, den sie am 12.9. erreicht hatte (siehe Artikel B23), bis auf 6.8 km verringert, womit die Auflösung der Bilder noch weiter zugenommen hat (Abb.). Alle Instrumente arbeiten einwandfrei, doch am 3. Oktober fiel auch das zweite der drei Drallräder zur Lageregelung aus, so daß nun noch mehr Treibstoff benötigt wird, um die Sonde auszurichten.

Die Kartierung Itokawas war zum Glück fast abgeschlossen (wobei die Bilder nunmehr größtenteils zum Wohle der japanischen Wissenschaftler zurückgehalten werden), und ein detailliertes dreidimensionales Modell des gurkenartigen Himmelskörpers ist entstanden. Die weitere Strategie muß nun neu überdacht und eine Möglichkeit gefunden werden, mit dem dritten - problemlosen - Rad und zwei Düsen möglichst sparsam zu operieren. Weiterhin ist aber geplant, ab Mitte Oktober eine konkrete Landestelle zu untersuchen und im November erst zur Übung und dann zwei weitere Male Kontakt mit dem Asteroiden aufzunehmen, um Bodenproben zu entnehmen. Schon Anfang Dezember geht es dann zurück zur Erde, die im Juni 2007 erreicht werden soll. [10.10.2005]

[B35] Quellen: ein Status Report vom 4.10. und Artikel von BBC, New Sci., Space News und Space Today.


Eine erstaunlich dicke Galaxie im frühen Universum

ist im Hubble Ultra Deep Field aus
Artikel 867 entdeckt worden: Sie hat die achtfache Masse der Milchstraße - aber das zu einem Zeitpinkt, als das All erst 800 Mio. Jahre alt war. Gemäß des heutigen Standardbildes über die Galaxienentwicklung sollte es damals nur viel kleinere Galaxienbausteine gegeben haben, aus denen erst später die heutigen großen Sternsysteme gewachsen sind. Offenbar kam es (hier) schon sehr früh zu einem gewaltigen Schub der Sternbildung. Fragt sich nur wann: Ein auswertbares Spektrum der Galaxie aufzunehmen, gelang bisher auch mit den größten Teleskopen nicht, und ihre Distanz- und Altersabschätzung basiert lediglich auf der Tatsache, daß sie im visuellen UDF nicht, im parallel entstandenen nahinfraroten NICMOS-Bild schwach und auf Spitzer-IR-Bildern hell zu sehen ist. [10.10.2005]

[B34] Links: ein Paper von Mobasher & al., HST, ESA, Spitzer und NASA Press Releases und Artikel von IranMania, SF Chronicle, Astronomy, New Sci., Space.com und BdW.

»Vermißte« Dunkle Materie in Elliptischen Galaxien nur ein Artefakt der Messungen - Computersimulationen zufolge sind die verblüffend niedrigen Radialgeschwindigkeiten von Planetarischen Nebeln aus Artikel 640 doch mit jeder Menge DM in den Galaxien verträglich, weil ihre Bahnen im Raum (nach den Verschmelzungen, durch die Elliptische vermutlich entstehen) ungewöhnlich arrangiert sein sollten: ein UCSC Press Release und ein Artikel von BdW.

Die mittlere Rotverschiebung der Swift-GRBs ist 2.8, womit sich die vom neuen Gammaburster-Satelliten aufgespürten Explosionen als Sonden für das sehr ferne/junge Universum anbieten (s.a. Artikel B20) - mindestens 7 % haben z>5: ein Paper von Jakobsson & al.

Kurzer GRB vom 9. Juli als Durchbruch gefeiert - bei diesem Burst mit z=0.16 (s.a. Artikel B16 Kurzm. 1) konnte ein Nachglühen vom Röntgen- bis Radiobereich verfolgt werden, womit sich der Bezug zu kollidierenden Neutronensternen klarer denn je darstellt: die drei Papers von Villasenor & al., Fox & al. und Hjorth & al., Press Releases von NASA, ESO, Penn State und Hawaii und Artikel von Sky & Tel. und Chicago, SF und Houston Chronicle.


Mechanismus des Late Heavy Bombardement aufgeklärt?

Vor 3.9 bis 3.8 Mrd. Jahren kam es noch einmal zu einem enormen aber nur einige Dutzend Mio. Jahre währenden Anstieg der kosmischen Einschlagsrate auf dem Mond (und damit auch der Erde sowie auf dem Mars) mit einem abrupten Ende, während seither weniger als 1/10 so viele Asteroiden pro Zeiteinheit ihre Spuren hinterlassen: An der Realität dieses Late Heavy Bombardement gibt es inzwischen keinen Zweifel mehr. Und jetzt zeigt ein Vergleich der Kratergrößenverteilung aus der Zeit des LHB (abgelesen in den alten Hochländern des Mondes) und aus jüngerer Zeit (auf geeigneten Arealen des Mars), daß für das LHB eindeutig eine andere Population von Impaktoren verantwortlich war als für die Impakte seither. Beim LHB scheinen die Körper geradewegs aus dem Hauptgürtel der Asteroiden gekommen zu sein, während sie heute aus der Gruppe der erdnahen Asteroiden stammen.

Zwar kommen auch diese Near Earth Asteroids ursprünglich aus dem Hauptgürtel, werden dort aber durch eine Reihe recht subtiler Prozesse auf Abwege in Richtung inneres Sonnensystem gebracht, die bestimmte Größen bevorzugen. Beim LHB dagegen wurden die Asteroiden aus dem Hauptgürtel alle gleichermaßen in unsere Richtung geschleudert, was einen dramatischen Prozeß nahelegt. Und den scheint man bereits zu kennen: die Wanderung der Riesenplaneten in der Frühphase des Sonnensystems, als es sich noch einmal umsortierte (siehe Artikel 791, 985 und A57 Kurzm.) und dabei u.a. auch den Hauptgürtel aufmischte. Noch kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, daß für das LHB eine andere Impaktorenpopulation aus dem äußeren Sonnensystem sorgte, die zufälligerweise die gleiche Größenverteilung wie der Hauptgürtel hatte. [10.10.2005]

[B33] Quellen: Strom & al., Science 309 [16.9.2005] 1847-50 + Kerr, ibid. 1800. Link: ein U of A Press Release.

Bizarre Supernova-Hypothese zum Mammut-Sterben in Nordamerika vor 13'000 Jahren - Astronomen schlagen ob der auf einer Elefanten-Konferenz propagierten Mechanismen die Hände über dem Kopf zusammen: ein LBNL Press Release, ein vernichtender Artikel des SF Chronicle und ein unkritischer von Telepolis.

Ein ausnehmend scharfes Bild eines Sonnenflecks ist mit der Adaptiven Optik AO76 - bekannt aus Artikel 688 - und der neuen CCD-Kamera Dalsa 4M30 am 76-cm-Sonnenturmteleskop auf dem Sac Peak in New Mexico am 23. September gelungen, nach speckleinterferometrischer Bearbeitung durch einen deutschen Studenten mit einer Auflösung von 0.14 Bogensekunden bei 431 nm: NSO Press Release! Das 108 m große Vacuum Tower Telescope heißt seit 1998 zu Ehren seines »Vaters« Dunn Solar Telescope - und dieser Richard B. Dunn, der 3. Direktor des Sac Peak Obs., ist am 28. September im Alter von 77 Jahren gestorben: NSO Press Release.

Nulling-Interferometer an Keck II funktioniert! Die gezielte »Unterdrückung« von Sternen durch destruktive Interferenz der Lichtwellen um einen Faktor 100 ist geglückt, was eine systematische direkte Suche nach Exoplaneten ab Ende 2006 ermöglichen sollte: JPL Release, New Sci. [10.10.2005]

Russischer Reentry-Demonstrator im 4. Anlauf erfolgreich - und schon wieder vermißt

Nach drei Fehlschlägen 2000, 2001 und 2002 scheint es der russischen Firma Lavochkin (in Zusammenarbeit mit EADS) am 7. Oktober endlich gelungen zu sein, einen Demonstrator für Wiedereintrittstechnologie mit einer Volna-Rakete auf eine Suborbitalbahn und sicher wieder zur Erde zurückzubringen. Jedenfalls geht dies aus der empfangenen Telemetrie hervor, denn gefunden wurde der IRDT Demonstrator 2-R auf der unwirtlichen Kamchatka-Halbinsel bisher nicht, wo er niedergegangen sein müßte. Die Besonderheit ist, daß sich der Hitzeschild kurz vor dem Wiedereintritt aufbläst und so einerseits einen sanften Flug durch die Atmosphäre und andererseits eine weiche Landung ermöglicht. Güter könnten so kostengünstig von der ISS zur Erde gebracht werden, und man könnte sich auch eine bemannte ISS-Rettungskapsel oder Lander für andere Planeten auf dieser Basis vorstellen. [10.10.2005]

[B32] Links: Artikel von Reuters, AP, AFP, Space Today und AP (deutsch).

Cosmos 1 erreichte nie eine Erdumlaufbahn und stürzte mit der defekten Volna-Rakete zusammen sofort ab - zu dieser Einschätzung des Verlaufs des Sonnensegler-Experiments aus Artikel A76 hat sich die Planetary Society nach weiteren Ermittlungen durchgerungen: Update.


Helium alle: Mission der Gravity Probe-B vorbei!

Am 29. September war der Dewar leer, und die hochempfindlichen Gyroskope des Relativitätssatelliten aus
Artikel 889 begannen sich allmählich aufzuwärmen. Damit ist die Datengewinnung nach 50 Wochen vorbei, und der Satellit wird nur noch für ein paar technische Experimente benutzt. Aber die aufwendige Auswertung der Messungen der räumlichen Orientierung der Kreisel soll noch rund ein weiteres Jahr dauern (und vor Anfang 2007 soll nichts verraten werden): Erst dann wird man wissen, ob sich die beiden von der Allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagten Driftbewegungen der Kreisel im Erdorbit tatsächlich eingestellt haben. [10.10.2005]

[B31] Links: die Homepage, der finale Status Report und ein Stanford Release.

Drei oder sieben Dimensionen sind am besten für das Universum, haben Brane-Theoretiker ausgerechnet - und nur bei 3 Dimensionen gibt es überhaupt stabile Planetenbahnen: ein Univ. of Washington Press Release.

Galaxienhaufen expandieren, Ihr Schreibtisch nicht - tiefschürfende Gedanken, warum die Expansion des Kosmos nicht alles immer größer werden läßt: BdW.

Was man im Galaktischen Zentrum sehen können wird, in der Nähe des Ereignishorizonts des mutmaßlichen Schwarzen Lochs in Sgr A*, haben Theoretiker schon mal ausgerechnet - aber prüfen läßt sich das erst, wenn es interkontinentale Sub-mm-VLBI geben wird: ein CfA Press Release.


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