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Nr. B41-B50 vom 5.-15.11.2005 Aktuelle Meldungen / zum Archiv Kein Schwarzes Loch | Pluto hat 3 Monde | Eta Cars Partner gefunden | Cloudshine | Glimmen der Pop. III? | Es staubt auf dem Mars | Jede Menge Boliden | Showdown für Hayabusa | Prometheus & der F-Ring | Venus Express gestartet! | SN-87A-Ring immer heller | SALT eingeweiht Minerva verfehlt Itokawa - kann Hayabusa am 19. niedergehen? ![]() Das Absetzen des Minilanders »Minerva« (Micro/Nano Experimental Robot Vehicle for Asteroid) auf die Oberfläche des Asteroiden Itokawa ist am 12. November fehlgeschlagen: Als ihn das »Mutterschiff« Hayabusa abwarf, war es etwa 200 Meter entfernt, entfernte sich aber zufälligerweise gerade mit 15 m/s. Da die Fluchtgeschwindigkeit von dem winzigen Himmelkörper - oben ein Bild vom 12.11. mit rechts dem Schatten der Sonde (die anderen beiden sind vom 9.11.)! - nur 13 m/s beträgt, war eine Landung der antriebslosen Minerva (siehe Artikel 665 unmöglich, die stattdessen vielleicht in eine Umlaufbahn geriet, vielleicht aber auch einfach davondriftete. Zwar wurden Funksignale empfangen, aber bald verstummte die Verschollene. Der Fehlschlag war durch eine Verkettung unglücklicher Umstände zustandegekommen: Der Ausfall zweier Gyroskope erschwert die Lageregelung Hayabusas (der seither wieder in die »Home Position« in 6.4 km Distanz zurückgekehrt ist), die Flugkontrolleure agierten ohne genaue Kenntnis der Bewegungen und hatten dabei einfach Pech. Eigentlich war geplant gewesen, das Mutterschiff in 70 Metern Höhe zu »parken« und dann Minerva fallen zu lassen, doch die Bewegungen der Sonde mit ihrer improvisierten Lageregelung waren unerwartet hektisch - und sie fand sich auch plötzlich in deutlich geringerer Höhe wieder als zu diesem Zeitpunkt erwartet. Offenbar war der Laserhöhenmesser durch die Topografie verwirrt gewesen. Die Bodenkontrolle reagierte auf die geringe Höhe ebenso schnell wie falsch: Man schickte sofort das Kommando zum Abwurf. Leider braucht ein Funksignal derzeit aber 16 Minuten zum fernen Itokawa (und überdies wurde gerade zwischen zwei Antennen umgeschaltet, was zeitweise den Kontakt zu Hayabusa unterbrach): Als das Kommando zu Abtrennung Minervas eintraf, war die Sonde von ihrer eigenen autonomen Steuerung, die eine Kollision mit Itokawa - erfolgreich - verhindern sollte, bereits wieder etwas vom Asteroiden fortgelenkt worden und bewegte sich noch in diese Richtung ... Noch scheint nicht ganz klar zu sein, ob es am 19. November zur ersten (und dann am 25.11. zur zweiten) kurzen Kontaktaufnahme Hayabusas mit der Asteroidenoberfläche zwecks Entnahme einer winzigen Bodenprobe kommen wird, oder ob stattdessen eine weitere Annäherungsübung stattfinden soll und später dann nur eine Probenentnahme möglich ist. Am 12. (als sich Hayabusa bis auf 55 m näherte) und zuvor auch am 9. November (70 m) hatte man bereits viel über das Manövrieren in unmittelbarer Nähe Itokawas gelernt, und auch das Problem vom 4.11. (siehe Kasten unten) ist verstanden: Die Bildverarbeitung an Bord war durch Schatten irritiert worden. Am 9. war problemlos der erste von mehreren Target Markern abgesetzt worden (Mitte): Nach 1500 Fotos und 1.4 Mio. Höhenmessungen des Laseraltimeters steht fest, daß zur Probenentnahme nur eine »Muses Sea« getaufte Ebene in Frage kommt; überall sonst liegen zu viele Felsbrocken herum. Mit 2.3±0.3 g/cm³ hat der 540 x 310 x 250 m große Itokawa übrigens eine geringere Dichte als bei Asteroiden des S-Typs erwartet: Vielleicht ist er voller Hohlräume oder besteht aus vielen kleineren Körpern. [15.11.2005] [B50] Links: Artikel von New Scientist, Space.com, Asahi Shimbun und Space Today und ein Eintrag aus dem Blog der Planetary Society. Zusätzliche Quelle: AW&ST vom 7.11.2005 S. 42. Arbeitsstopp für Asteroidenorbiter Dawn höchst ungewöhnlich - wegen technischer und finanzieller Unklarheiten läßt die NASA derzeit das Projekt aus Artikel 380 überprüfen, aber daß die Arbeiten daran nur ein halbes Jahr vor dem eigentlich für Juni 2006 geplanten Start (der sich allerdings um rund ein Jahr verschieben kann, ohne daß Dawn später bei Vesta ankommt) komplett ausgesetzt werden, ist eine beispiellose Maßnahme: New Sci., Space.com, Space Today.
Südafrikas Riesenteleskop eingeweiht - in einem Land fast ohne (eigene) Astronomen
[B49] Quelle: Nature vom 3.11.2005 S. 18-9.
Links: Press Releases von
McDonald Observatory,
OOSA
und VW-Stiftung.
Ring um SN 1987A jetzt rundherum von der Supernova erreicht
[B48] Link: ein Paper von
Park & al.
Barnards Pfeilstern erlebte eine seltenen Flare, wie erst
jetzt publizierte Beobachtungen von 1998 zeigen - damit sind die
drei erdnächsten bekannten Roten Zwerge Flaresterne,
wobei es die anderen beiden (Proxima Cen und Wolf 359) aber viel
häufiger blitzen lassen:
Astronomy.
Zwei weitere Sterne, die die Milchstraße verlassen
werden (s.a. Artikel A22), sind von deutschen
Astronomen entdeckt worden - einer stammt vielleicht aus der
Großen Magellanschen Wolke, der andere eher aus der
Nähe des Zentrums der Milchstraße: Papers von Edelmann & al.
und Hirsch & al. und ein
ESO Press Release
und Artikel von
Discovery
und BdW
zum ersteren Fall.
Gas im Kugelsternhaufen Messier 15 ist mit dem
Radioteleskop von Arecibo entdeckt worden, in der 21-cm-Linie
des Wasserstoffs - und zwar erheblich weniger als man durch die
Winde der Haufensterne eigentlich erwarten sollte, wobei es eine
Reihe plausibler Verlustprozesse gibt:
Astronomy.
Der Venus Express ist unterwegs!
Startparties für russische Raketen haben ein ganz anderes
Flair als wenn Europäer oder Amerikaner am Startknopf
sitzen: Es gibt keine Bilder angespannter Gesichter aus dem
Abschußraum und auch keinen Countdown. Wenn die Zeit -
bei Venusflug währt das tägliche Startfenster gerade
einmal eine Sekunde - gekommen ist, hebt die Rakete einfach ab.
So geschah es dann auch um 4:33 MEZ, auf einen
Sekundenbruchteil genau und verfolgt von hunderten
verschlafener Venus-Fans auf Großbildleinwänden
im europäischen Kontrollzentrum ESOC, das die ersten
zwei Stunden allerdings auch nur Zuschauer war. Das Abwerfen
der Booster war gerade noch durch dünne Wolken zu
verfolgen, der Rest des Weges in zunächst eine Parkbahn
um die Erde dann per Ansage: Die drei Stufen der
Soyuz - für die es bereits Start Nr. 1703 war! - arbeiteten
problemlos, ebenso das Abtrennen der Fregat-Oberstufe und
deren erste kurze Zündung.
82 Minuten später war die Fregat dann erneut gefordert: 15
Minuten lang brannte sie, um sich und den Venus Express aus
der Erdumlaufbahn zu katapultieren und letzteren gleich darauf
abzuwerfen. Um 6:16 MEZ konnte ein Sprecher des
Soyuz-Vermarkters Starsem Vollzug melden: Die Raketenstufen
hatten ihre Arbeit erfüllt. Doch erst gegen 6:30 sollte sich
der Venus Express zum ersten Mal selbst melden, eine
eingeplante Verzögerung, um Abstand von der Fregat zu
gewinnen. Daß die ESA-Bodenstation in Westaustralien
etwas gehört hatte, konnte der Zuschauer um 6:31 MEZ
ahnen, als die ESOC-Sprecherin allerlei grinsenden Managern ein
»Thumbs Up«-Zeichen gab, um 6:33 war's dann auch
offiziell: Genau pünktlich hatte der Venus Express
angerufen. In der folgenden Dreiviertelstunde war dann auch
schon zu erfahren, daß die Bahn Richtung Venus korrekt
war (und bei zwei Bahnkorrekturen am 10. und 11. 11. nur noch
geringfügig korrigiert zu werden brauchte) und daß die
Sonde bereits ihre Solarzellen ausgefahren und zur Sonne
eingestellt hatte. Am 11.11. war die besonders kritische Launch and
Early Orbit Phase (LEOP) überstanden.
Bis zum 13. Dezember wird der Venus Express nun
eingehend durchgecheckt, und während der
Überprüfung seiner Instrumente sind auch
Aufnahmen der Erde geplant - allerdings aus so großer
Distanz, daß man nicht viel davon erwarten sollte.
Während der weiteren Reise zur Venus schläft die
Sonde praktisch, aber kurz vor dem Einschuß in den
Venusorbit am 11. April 2006 wird es wieder spannend:
51 Minuten lang muß das Haupttriebwerk brennen, um die
Sonde in einen ersten 250 x 350'000 km großen Orbit zu
fangen, ein energiemäßig deutlich anspruchsvolleres
Manöver als die Orbit Insertion des Mars Express (siehe Artikel 805). Im Laufe von 10 Tagen
wird die Bahn dann auf 250 x 66'000 km und 24 Stunden Periode
reduziert, bevor nach erneuten Checks aller Systeme des Orbiters
- und der Aufnahme von Testdaten - am 4. Juni 2006 die
eigentliche Wissenschaftsmission beginnt.
Der Venus Express ist zu einem erheblichen Teil (85% der
Hardware!) eine Kopie des Mars Express - den sich die
ESA wiederum nur hatte leisten können, weil einerseits
seine Instrumente für eine verunglückte russische
Marsmission bereits entwickelt worden und andererseits
im Rahmen der aufwändigen Rosetta-Kometensonde viele
wesentliche Sondensubsysteme entstanden waren, auf die man
nun zurückgreifen konnte. Äußerlich
unterscheidet sich der Venus Express nur wenig vom Mars
Express (seine Solarzellen sind kleiner und speziell gegen die viel
größere Sonneneinstrahlung geschützt, und
seine Kommunikationsantenne konnte kleiner bleiben). Und seine
Nutzlast ist eine Mischung der Instrumente des Mars Express
und von Rosetta, wobei meist auf Flight Spares
zurückgegriffen werden konnte: Diese vollwertigen
Zweitversionen, die jeweils für Notfälle gebaut werden
müssen, landen sonst im Museum. Nur zwei der sieben
Geräte sind Neuentwicklungen.
Mit 220 Millionen Euro Gesamtkosten inklusive Rakete und
Betrieb gilt der Venus Express (Gesamtmasse 1.24 Tonnen)
geradezu als »Schnäppchen«, so der
ESA-Sonnensystemsdirektor Gerhard Schwehm
gegenüber MegaLithos. Und dabei hofft die ESA durchaus
auf einen Erkenntnissprung in Sachen Venus, der - noch -
größer ausfallen könnte als der Wissensgewinn,
den der Mars Express gebracht hat. »Mars ist ja das Ziel
vieler Missionen,« betont Schwehm, doch die »Venus
war sozusagen lange Zeit Brachland« und damit sei
»auch die Möglichkeit, neue und wirklich interessante
Dinge zu finden, sehr sehr viel größer.«
Gegeneinander aufwiegen sollte man die beiden Mission aber
nicht, im Gegenteil: »Was wir machen, ist vergleichende
Planetenforschung. Das heißt einfach: Wir untersuchen
Mars, wir untersuchen die Venus, um zu lernen, wie sich das
Sonnensystem entwickelt hat und vor allem die terrestrischen
Planeten. Und es ist natürlich hervorragend, daß wir
im Grunde dieselben Instrumente haben, die Mars angucken und
dann die Venus.«
Während die Ergebnisse des Mars Express - jedenfalls in
der öffentlichen Wahrnehmung - völlig von den
Bildern der Kamera dominiert werden, geht es bei der Venus
naturgemäß primär um die Atmosphäre.
»Die zentrale Aufgabe der Mission ist vor allem das
Studium der Dynamik und der Zusammensetzung der
Atmosphäre,« erklärt Schwehm: »Dann
wollen wir die Wechselwirkung der Venusatmosphäre mit
dem Sonnenwind studieren. Das ist ja ein ganz anderer
Prozeß als der auf der Erde, weil Venus kein eigenes
Magnetfeld hat, und da gibt es interessante Prozesse, die man
studieren kann und die wir hier im Erdorbit nicht studieren
können.« Aber ganz vergessen wird auch die
Venusoberfläche nicht: Durch spezielle Fenster im nahen IR
sollen die Instrumente VMC - das wesentliche neue Instrument an Bord -
und VIRTIS
bis zum Boden schauen, und auch die Funkwellen der Sonde
bieten sich als improvisiertes Radar an. »Einige unserer
Geologen« hoffen sogar, so Schwehm, »auch noch
aktiven Vulkanismus zu finden.« [11.11.2005]
[B47] Vor Ort im ESOC am 9.11.2005 von 3:30 bis 8:30 MEZ: DF.
Links: die Homepage
des Venus Express, ESA Releases von
11.,
10. und
9. November, eine
PM der Uni Köln,
Impressionen
von der Launch Party und Artikel von
Spacefl. Now,
Planetary Soc.,
Astronomy,
Guardian,
Deutsche Welle,
Discovery
und Space Today.
Zusätzliche Quellen: Space News vom 11.7. +
AW&ST vom 1.8. + Science vom 21.10.2005 S. 10/52-3/431.
Wie Prometheus den F-Ring des Saturn kontrolliert
[B46] Quelle: Murray & al., Nature 437
[27.10.2005] 1326-9. Links: ein
PPARC und
SSI Press Releases
und ein Bild. Und ein
Cornell PR zum
Nachweis von Gravitational Wakes in den A- und B-Ringen bei einer Sternbedeckung.
Entstehung der Wolken in Titans mittleren Breiten
keineswegs klar - während erdgebundene Beobachter
bei der Ausbildung kurzlebiger Wolken auf 40° Süd eine
starke Konzentration auf einen bestimmten Längenbereich
sehen und damit isolierte Quellen im Boden wittern (siehe Artikel B38 = Roe & al.,
Science 310 [21.10.2005] 477-9), sehen
Beobachter auf Cassini keine klare Häufung über
bestimmten Regionen und vermuten eher globale
Zirkulationsmuster als treibende Kraft: Griffith & al., ibid.
474-7 + Science 21. + New Scientist 29.10.2005 S. 421/16.
Showdown für Hayabusa: Tolle Bilder, aber erster Anflug abgebrochen!
Mehrere extrem helle Feuerkugeln seit Ende Oktober - ein Geschenk der Tauriden?
[B45] Quellen: zahlreiche Postings auf diversen
Mailinglisten sowie Asher & Clube, QJRAS 34 [1993] 481-511. Links:
Science@NASA zu den Tauriden,
Astronomie.at zum
ersten Oktober-Boliden, Artikel der Anchorage
Daily News und von National
Geographic und umfangreiche Berichte des CENAP - zur öffentlichen Wahrnehmung des ganzen - vom
25.
und 27. Oktober und
4. November.
Mehr Impakte auf der Erde als bisher gedacht? In einem
sonderbaren Paper argumentieren Asher & al.
(PDF, 4 Seiten), daß die Einzelfälle Apophis und
Tunguska sowie die Mondmeteoriten der aufgrund
astronomischer Beobachtungen eigentlich etablierten Impaktrate
auf der Erde drastisch widersprächen.
Mars in Erdnähe & Opposition - mit mehreren Staubstürmen
Ausgewählte Bilder sind im roten Kasten des
Cosmic Mirror # 293
gelinkt, während die
OAA und die
MarsWatch
gigantische Bildersammlungen bieten. Der helle Punkt am Nachthimmel - instruktive Grafiken zeigen die
Schleifenbahn und das
Wachsen des Scheibchens am Himmel - hat auch
prompt wieder für UFO-Alarm gesorgt, obwohl ein
Press Release
von Sky & Tel. im Vorfeld international guten
Anklang (großer Artikel in der WAZ z.B.) gefunden hatte: Artikel vom
SF Chronicle
und von der CENAP. [5.11.2005]
Schwaches Glimmen von der »Population III« aufgespürt?
Weder eine unzureichende Subtraktion der Vordergrundquellen
noch instrumentelle Probleme noch Zodiakalstaub im
Planetensystem können es demnach erklären, wobei
letzterer durch zwei Messungen in unterschiedlichen
Jahreszeiten ausgeschlossen wird: Das Muster der infraroten
Hintergrundstrahlung bleibt gleich, ebenso in verschiedenen
Farbkanälen. Und ihre Eigenschaften passen zu dem, was
man von der Population III erwarten würde, inklusive der
räumlichen Verteilung: Die Klumpen spiegeln dann die
unter dem Einfluß der Dunklen Materie entstehenden
Superhaufen wieder, die damals 10 Mio. Lichtjahre massen.
Die einzige Alternativerklärung, die die Autoren noch gelten
lassen würden, wäre die Emission von Aktiven
Galaktischen Kernen aus derselben frühen Ära. Ob
sie wirklich auf das Licht der allerersten Sterne gestoßen
sind, werden wohl erst IR-Teleskope der nächsten
Generation wie das JWST klären können - dessen
Start leider inzwischen auf frühestens 2013 gerutscht ist. [5.11.2005]
[B44] Links: ein
Spitzer
Press Release und Artikel von
Nat'l
Geogr., Guardian,
Space Today und
BdW.
Die erste direkte Entfernungsbestimmung der
Andromeda-Galaxie, 2.5±0.1 Mio. Lichtjahre, ist mit
Hilfe aufwändiger Beobachtungen eines
Bedeckungsveränderlichen gelungen - das Ergebnis stimmt
genau mit früheren Bestimmungen anhand von Cepheiden
zusammen, die damit als Entfernungsmesser für Galaxien
sicherer werden: ein Paper von
Ribas & al. und ein Artikel von
Astronomy.
»Wolkenschein« läßt dunkle Wolken schimmern
Doppelnatur von Eta Carinae jetzt bewiesen?
[B43] Quelle: Iping & al., Ap.J.L. 633
[1.11.2005] L37-40. Links: ein
NASA Press Release
und Artikel von
Sky & Tel.
und Space.com.
Sgr A* hat nur 1 AU Durchmesser, zeigen VLBA-Beobachtungen des mutmaßlichen
Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße - die nächste Generation Radioteleskope
könnte bereits in der Lage sein, allgemein-relativistische
Effekte in unmittelbarer Umgebung des Objekts räumlich
aufzulösen und den direkten Beweis zu führen,
daß hier wirklich ein SL mit 3 Mio. Sonnenmassen wohnt: ein
NRAO Press Release und Artikel von
CSM,
BdW,
Telepolis
und Welt.
Zwei weitere - kleine - Monde des Pluto
Für eine eindeutige Bahnbestimmung reichen die beiden
neuen Bilder nicht aus, aber daß es sich bei den beiden
Lichtpunkten neben Pluto und dessen großem Mond
Charon um heiße Pixel oder Geisterbilder oder auch um
zufällig vorbeigekommene unabhängige Kuiperoids
gehandelt hat, ist extrem unwahrscheinlich. Vor allem passen die
Bewegung der Objekte relativ zum Pluto zwischen dem 15. und 18.
Mai sowie ihre Positionen 2002 bestens zu Körpern, die in
derselben Ebene wie Charon auf Kreisbahnen umlaufen: Die
Bahnradien und Perioden wären dann
64'700±850 bzw. 49'400±600 km und
38.2±0.8 bzw. 25.5±0.5 Tage.
»Offiziell« - und damit taufbar - werden die
Himmelskörper frühestens kommenden Februar,
wenn sie das HST wiederfindet. Weil das Weltraumteleskop nur
noch mit zwei Gyroskopen betrieben wird, kann es nicht mehr
jederzeit an jeden Ort des Himmels ausgerichtet werden, und erst
nächstes Jahr erreicht die erlaubte Himmelszone wieder
Pluto.
Die Mai-Beobachtungen waren (nach mehreren abgelehnten
Anträgen) zur Vorbereitung der Pluto-Mission der NASA-Sonde
New Horizons
ermöglicht worden: Schon wird das Beobachtungsprogramm umgestrickt. Und die
Theoretiker rätseln bereits, wo die beiden Monde
hergekommen sind: Eine eindeutige Erklärung gibt es noch
nicht. Vielleicht splitterten die Minimonde von Pluto ab, als ein
gewaltiger Impakt in der Frühzeit des Sonnensystems
Charon herausschlug? (Für die Entstehung der relativ
kleinen Monde der größten Kuiperoids - drei der vier
größten haben
welche - ist das immerhin die bevorzugte
Erklärung.)
In diesem Fall könnte der Pluto sogar einen schwachen Ring mitbekommen haben. Oder
wurden die Kleinmonde erst später eingefangen? So oder so
ist der Pluto - über dessen umstrittene Natur als
»vollwertiger« Planet auch dies nichts aussagt - nun
das erste bekannte Objekt im Kuipergürtel mit mehr als
einem Begleiter. [5.11.2005]
[B42] Quelle: Weaver & Stern, IAUC # 8625 vom
31.10.2005. Links: eine detaillierte
Webseite
mit allen Daten und Fakten,
HST
und SwRI
Press Releases und Artikel von
Sky & Tel.,
Space Today,
IOTA-ES
und BdW.
Ein Stern mit über 40 Sonnenmassen kollabierte nicht zu einem Schwarzen Loch
[B41] Links: ein Paper von
Muno & al. und
UCLA
und Chandra Press Releases.
Eine zentrale Rolle akustischer Effekte bei
Supernova-Explosionen sieht ein neues Modell, das
allerdings bisher nur unzureichend durchgerechnet worden ist -
wenn es die Neutrinos nicht schaffen, die Supernova auseinander
zu treiben, wenn der Kern zum Neutronenstern kollabiert, dann
schaffen es vielleicht Schallwellen von dort: ein Paper von
Burrows et al.
und ein Artikel von Sky & Tel.
den aktuellen Meldungen oder zum Archiv. |