[17] Links zu der ungewöhnlichen Planetenkonstellation dieser Tage,
die sich im langjährigen Mittel etwa alle 60 Jahre wiederholt, gibt es
im Internet jede Menge. Der Klassiker ist diese
Seite des
Griffith Observatory, aber viele weitere Informationen bieten diese Seiten
von Earth & Sky,
Sky & Telescope oder dieser Artikel von
Space.com. Wie man mit dem Himmelsphänomen lieber
nicht umgehen sollte, zeigen z.B. diese
Webseite von Weltuntergangs-Predigern, aber auch dieser
völlig unsinnige Artikel aus dem
Bonner
Express ...
In der Folge der seltenen Polarlichterscheinung über Deutschland am
6./7. April (siehe Artikel # 9) hat es
immer wieder Ankündigungen neuer Himmelsspektakel in den Medien
gegeben - doch meist ohne Grund. Insbesondere die Äußerungen eines
bestimmten Bochumers, wieder einmal ungeprüft aufgegriffen u.a. von
AP, entbehrten jeder Grundlage: Große Sonnenflecken
allein reichen bei weitem nicht, um einen geomagnetischen Sturm auszulösen!
Und auch ein koronaler Massenauswurf der Sonne, der genau in Richtung der
Erde zu laufen scheint und wie er sich z.B.
am 30.
April ereignete, muß nicht zwangsläufig Polarlichter
zur Folge haben - auch in diesem Fall blieben sie aus. Die besten
Informationsquellen über aktuelle Ereignisse und die besten Chancen
für Polarlichter auch über Mitteleuropa sind derzeit
die
Current Solar Forecast des Space Environment Center des
amerikanischen Handelsministeriums,
die Polarlichtvorhersage des AK Meteore (mit Links zu
allen wesentlichen Quellen), und
SpaceWeather.com mit
(gröberen) Alarmmeldungen und aktuellen Artikeln.
Garantierte Prognosen mit mehr als einer Stunde Vorwarnzeit gibt
es leider nicht: Erst wenn der Massenauswurf über den NASA-Satelliten
ACE auf seinem Wachposten vor der Erde hinweggelaufen ist, sind genauere
Voraussagen geomagnetischer Stürme möglich. Die können dann
aber mehrere Stunden lang dauern, wie im April.
[4.5.2000 - 16]
In einer seltenen Aktion aus Anlaß des 10. Start-Jubiläums
hat das Space Telescope Science Institute alle Welt aufgerufen, ein neues
und interessantes Beobachtungsobjekt für das Weltraumteleskop
vorzuschlagen - die genauen Bedingungen sind
hier zu finden; Bewerbungsschluß ist der 6. Juni.
In seinen ersten zehn Jahren im Orbit (denen weitere 10 folgen sollen) hat
Hubble rund 13 670 verschiedene Himmelsobjekte beobachtet und dabei
271 000 einzelne Messungen angestellt, 3.5 Terabyte Daten produziert und
zur Veröffentlichung von über 2650 wissenschaftlichen Arbeiten
beigetragen. Sein Schicksal ist auch schon weitgehend geklärt: Die NASA
wird das verdiente Weltraumobservatorium um das Jahr 2010 mit einem
Space Shuttle (oder dessen Nachfolger) zur Erde zurückholen und im
Washingtoner National Air & Space Museum ausstellen. [3.5.2000]
Mit einer großen Zündung seines Triebwerks ist der Eros-Orbiter
am 30. April in eine Kreisbahn mit nur 50 Kilometern Radius um den
Asteroiden eingetreten - und die Schärfe der ersten Bilder aus dieser
Höhe übertrifft tatsächlich alles bisher Gesehene bei weitem.
Aus dem primären Wissenschaftsorbit heraus wird NEAR den Asteroiden
ausgiebig fotografieren und mit seinen anderen Instrumenten untersuchen -
und im Sommer wird sich der Orbiter voraussichtlich sogar bis auf 32 km an
den irregulären Himmelskörper heranwagen. [3.5.2000]
10 1/2 Tage lang war das amerikanische Instrument 37 km hoch über der
Antarktis geschwebt, um 3 % des Himmels in vier verschiedenen
Radiowellenlängen zu beobachten - jetzt ist ein Teil der Daten
ausgewertet und von allen Störquellen des nahen Kosmos befreit
worden. Was übrigbleibt, sind die Fluktuationen der schwachen
Kosmischen Hintergrundstrahlung, des Echos vom Urknall also, die ein
zunächst nichtssagend scheinendes Muster bilden: ein grobes Bild
der Dichteverteilung im extrem jungen Kosmos.
Die mathematische Analyse der räumlichen Verteilung dieser minimalen
Temperaturunterschiede (von weniger als 1/10 Millikelvin) enthüllt
jedoch, daß manche Größenskalen erheblich stärker
vertreten sind als andere: Das in der Grafik dargestellte Spektrum
enthält eine Menge Informationen über die Geometrie des ganzen
Universums. So klar wie nie zuvor kann nun gesagt werden: Das All ist
flach - und weil seine Massendichte allein nicht ausreicht, dafür
zu sorgen, kommt man nicht mehr umhin, auch eine positive Kosmologische
Konstante anzunehmen. [27.4.2000]