Meldungen Nr. 261 bis 270
vom 30.4.-18.5.2001
Zu den aktuellen Meldungen


Als Amateur Exoplaneten beobachten!

Seit dem 16. Mai und noch bis Januar 2002 gibt es immer wieder Zeitfenster, in denen die beiden Planeten des Sterns Gliese 876 (alias IL Aquarii) vor dessen Scheibe herziehen könnten - und die Helligkeit des (auch sonst geringfügig variablen) Sterns von rund 10.2 mag.(visuell) sollte während dieser Transits jeweils mehrere Stunden lang um etwa 0.2 mag. absinken. Und wenn beide Planeten gleichzeitig vor den Stern treten sollten, müsste sich sein Licht sogar um 0.4 mag. schwächen. Die Transits zu beobachten, wenn sie wirklich eintreten, sollte eigentlich kein Problem für moderne Amateur-CCD- und vielleicht sogar visuelle Photometrie sein. [18.5.2001]

[270] Link:
AAVSO Alert # 281 (Item 3), Details über Gliese 876 aus der Enzyklopädie der Exoplaneten und Science@NASA über den ersten Exoplaneten, der im Transit beobachtet wurde.



Spektrale Spuren verschluckter Planeten

sind mit dem Very Large Telescope in der Atmosphäre des Sterns HD 82943 aufgepürt worden, der laut Messungen seiner Radialgeschwindigkeit heute noch mindestens zwei Planeten besitzt. Der UVES-Spektrograph mass nun deutliche Spuren des zerbrechlichen Isotops Lithium-6 in seiner Atmosphäre, das bei der anfänglichen starken Konvektion des Sterns tief in dessen Inneres transportiert und völlig zerstört worden wäre. Ergo kann das heute beobachtete Lithium-6 erst später in die Sternatmosphäre gelangt sein - und der Sturz des Äquivalents zweier Jupiters in den Stern würde die heutige Chemie gut erklären. Solch ein Szenario wäre auch nicht unerwartet, denn die Wanderung von »Jupiters« auf immer engere Bahnen gehört längt zur etablierten Erklärung der »heissen Jupiters« auf engen Orbits - und dabei sollten auch Unfälle nicht selten sein. [18.5.2001]

[269] Quelle: Israelian & al., Nature 411, 163-6 (10.5.2001). Links:
ESO Press Release, ein Nature Science Update und der Eintrag über HD 92943 in der Enzyklopädie der Exoplaneten.



Erstes GBT-Resultat: eine Radarkarte der Venus

Das Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico sandte die Radarpulse aus, das neue Green Bank Telescope in West Virginia (siehe Artikel 115) fing sie auf, und das Ergebnis war die erste detailreiche globale Venuskarte seit dem Magellan-Orbiter, mit 5 km Auflösung (der Ausschnitt zeigt die Maxwell Montes). Mit Radarinterferometrie, wenn sowohl das GBT wie Arecibo selbst die Echos auffangen, verspricht das Teleskop-Paar sogar präzisere Höhendaten als Magellan. Auch von dem Asteroiden 2001 EC16, der am 26. März in nur 8 Monddistanzen an der Erde vorbeizog, empfing das GBT Arecibo- Echos: Mit 200 Stunden Periode rotiert der 150 m grosse Asteroid ungewöhnlich langsam. [17.5.2001]

[268] Link: NRAO Press Release.



Hinter den Kulissen des Mir-Deorbitings

geschah noch manches mehr, als in den Wochen vor dem 23. März in der Öffentlichkeit bekannt wurde: Auf einem Workshop am European Space Operations Centre in Darmstadt kamen jetzt die Mitarbeiter von Weltraumagenturen in aller Welt zusammen, die damals die entscheidenden Manöver geplant oder bei der Bahnverfolgung der sinkenden Station geholfen hatten - und alles ist so glatt gelaufen, dass es den Beteiligten fast schon unheimlich ist. Man möge nicht glauben, dass jeder grosse Satellit so reibungslos entsorgt werden kann, wurde gewarnt, denn eine so volle Kontrolle, wie sie bis zuletzt bei Mir bestand, ist beim grössten Teil des 'Weltraumschrotts' nun einmal nicht der Fall.

Wie gehorsam die Mir noch in ihren letzten Tagen war, konnten die Radarbeobachter des deutschen FGAN bei Bonn erleben, die bereits vor 10 Jahren von der sterbenden Salyut 7 spektakuläre Delay-Doppler-Bilder geliefert hatten und nun Mirs letzte Orbits als detailreiche Radarfilme präsentieren konnten. Mitte März hatte die bis dahin stabile Raumstation plötzlich schnell um ihre y-Achse (definiert durch die Module Spektr und Kvant-2) zu rotieren begonnen, erst mit 4, dann am 21.3. sogar 2 1/2 Minuten Periode. Doch am 22.3. flog Mir wieder ganz ruhig: Die Flugkontrolle hatte die - vermutlich durch aerodynamische Effekte ausgelöste - Rotation planmässig angehalten, dank grosser Treibstoffvorräte, die man für solche Fälle an Bord behalten hatte.

Die Russen waren mit grosser Delegation erschienen, einerseits um Einblick in ihre Planungen und Entscheidungen seit 1998 zu geben, aber auch, um den internationalen Partnern zu danken: Vor allem die amerikanische Radarüberwachung (an der man über die NASA partizipierte), die Radardaten des FGAN und optische Beobachtungen in Japan schlossen grosse Lücken in der Überwachung der Bahn Mirs. Und der im Vorfeld des Deorbitings organsierte halbautomatische elektronische Datenaustausch zwischen den Agenturen klappte ohne Probleme, so dass der Verbleib Mirs zu jeden Zeitpunkt bekannt war. Der 'zivilisierte' Wiedereintritt Mirs durch drei Triebwerkszündungen mit Delta-V = 9.3, 10.4 und 28-28.5 m/s wurde so garantiert, und am Ende der Tagung stürmten die Russen unverhofft das Podium und hefteten ihren wichtigsten Partnern Orden an die Brust oder überreichten kleine Statuen von Juri Gagarin. [17.5.2001]

[267] Link:
Homepage des FGAN-Instituts für Hochfrequenzphysik und Radartechnik.



Komet LINEAR in zwei Teile zerbrochen - Helligkeit steigt immer weiter

Kometen mit dem Namen LINEAR scheinen nicht die stabilsten zu sein: Auch der Kern von C/2001 A2 ist auseinandergebrochen, doch im Gegensatz zu C/1999 S4 (LINEAR), der sich nach dem Zerfall des Kerns rasch ganz auflöste (
Artikel 103), geht der Helligkeitsausbruch des aktuellen LINEAR (siehe Artikel 258) munter weiter. Am 30. April war C/2001 A2 zum ersten Mal als Doppelkomet abgelichtet worden (6 Tage vorher war er noch ganz), aber die Helligkeit des leider praktisch nur noch auf der Südhalbkugel sichtbaren Kometen steigt munter weiter, auf zuletzt 6.0 mag. in der ersten Mai-Woche. [9.5.2001]

[266] Links: ein IAUC, die Lichtkurve, aufgelistete Einzelschätzungen aus dem ICQ und Artikel von Astronomy und Space.com.



Kosmologische Daten: Alles passt zusammen

Von nicht weniger als vier Teleskopen liegen jetzt hochauflösende Karten der Kosmischen Hintergrundstrahlung vor - und nach den ersten statistischen Gesamtauswertungen sind alle Daten miteinander verträglich. Damit hat es die beobachtende Kosmologie also wirklich geschafft, die ersten drei »Peaks« im Winkelspektrum der geringfügigen Temperaturschwankungen klar nachzuweisen: ein Triumph für die Theoretiker, die derartige Spektren vorausgesagt hatten. Insbesondere hat das scheinbar bizarre Konzept der Inflation, jener dramatischen Ausdehnung des ganz jungen Kosmos um viele Zehnerpotenzzen, den bisher schärfsten Test bestanden.

Die neuen Daten stammen vom Teleskop DASI am Südpol (
Artikel 263), den Ballonteleskopen BOOMERaNG und MAXIMA und dem Andenteleskop CBI (Artikel 175): Die Winkelspektren aus den Daten der ersten drei zeigen jeweils alle drei Peaks (wenn auch nicht gleich hoch), CBI deutet zumindest den 2. Peak an. Kombiniert man alle Spektren zu einem, so gibt es keine signifikanten Widersprüche, und das »beste« Weltmodell, das sich (mit wenigen völlig unumstrittenen Zusatzannahmen) durch die Kurve legen lässt, hat
  • eine exakt flache Geometrie (Omega-K = 0.00, Fehlerbalken +0.05, -0.06),
  • eine grosse Kosmologische Konstante oder andere »Dunkle Energie« (Omega-Lambda = 0.66 + 0.10 - 0.13),
  • jede Menge Dunkle Materie (Omega-DM x h2 = 0.12 +0.05 -0.03),
  • nur ein Sechstel so viel baryonische Materie (Omega-b x h2 = 0.02 +/- 0.01) und
  • ein Alter von 12.7 +/- 1.5 Milliarden Jahren
(h ist dabei die Hubblekonstante, geteilt durch 100 km/s/MPc; der aktuelle Wert des H0 Key Project von h = 0.72 +/- 0.08 aus Artikel 179 wurde hier benutzt). Andere Schlussfolgerungen, die bereits jetzt aus den kombinierten Winkelspektren mögich sind: Das Tau-Neutrino (für das der japanische Untergrund-Detektor SuperK eine Massenuntergrenze > 0 geliefert hat), trägt nicht spürbar zur Gesamtmasse des Universums bei. Und von primordialen Gravitationswellen ist noch nichts zu sehen, was wiederum die erlaubten Inflations-Szenarien einschränkt. [9.5.2001]

[265] Links: das erste Paper mit einer detaillierten Gesamtanalyse von Wang et al.. Ausserdem die ersten Papers mit den Resultaten von DASI (mit näherer Auswertung), BOOMERaNG und MAXIMA.

Ein riesiges Galaxien-Filament mit einer Rotverschiebung von 3 ist jetzt zum ersten Mal nachgewiesen worden - eine Kette von Urgalaxien, genau wie von Modellen der Strukturbildung vorausgesagt: Paper von Moller & Fynbo.



Die Perspektiven des Weltraumtourismus nach Tito

sind trotz des reibungslosen Verlaufs seiner Kurzvisite auf der ISS (
Artikel 260) alles andere als klar. Widersprüchliche Signale aus Russland (und von diversen Firmen, die sich als Makler aufspielen) sprechen mal von mehreren weiteren kommerziellen Kandidaten für den »dritten Sitz« der alle halbe Jahre startenden Soyuz-Kapseln, dann heisst es wieder, diese seien bereits auf Jahre hinaus an professionelle Kosmonauten vergeben. Die Planer der TV-Gameshows mit einem Raumflug als erstem Preis (siehe Artikel 174) sehen sich jedenfalls weiter als Anwärter für baldige Startgelegenheiten, so der Chef von Brainpool am 7.5. unverdrossen auf ntv.

Wie auch immer die Kriterien für den Besuch nichtprofessioneller Raumfahrer auf der ISS aussehen werden, die Russland mit den anderen ISS-Partnern absprechen will: Der Ticketpreis wird auch in Zukunft kaum unter die 12 bis 18 Mio. Dollar sinken, deren letzte Rate Tito jetzt zahlen muss. Ob man hier wirklich von »Tourismus« sprechen kann, darüber gehen die Meinungen auseinander. Aber eine gewisse Art Weltraumgefühl gibt es auch preiswerter, derzeit in drei Versionen:
  • Eine Pseudo-Kurzausbildung als Astronaut wird schon seit Jahren in sogenannten Space Camps in den USA und anderen Ländern abgeboten, für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Kosten: einige hundert bis tausend Euro.
  • Das kurze Gefühl der Schwerelosigkeit bietet Russland im originalen Parabelflieger an, in dem auch die echten Kosmonauten trainieren. Leider hält es pro Parabel maximal 28 Sekunden an (und das folgende Abfangen des Fliegers stresst den Magen um so mehr). Kosten: etwa 6000 Euro.
  • Ein knappes Drittel des Weges ins All bietet Russland ebenfalls: als Passagier einer Mig-25, die es 90 Sekunden lang in rund 25 km Höhe aushalten kann. Die Krümmung der Erde und die Schwärze des Alls auch am Tage sind bereits deutlich zu spüren. Kosten: etwa 15 000 Euro.
Die nächste Phase des »Weltraum-Tourismus« dürften, vielleicht schon in wenigen Jahren, kommerzielle Suborbitalflüge werden - so wie ihn vor genau 40 Jahren zum ersten mal Alan Shepard vollführte. Bei diesen Hüpfern, die auch wirklich die Grenze des Weltraums (die definitionsgemäss bei 80 km liegt) überschreiten, darf mit einigen Minuten Schwerelosigkeit gerechnet werden. Noch gibt es die entsprechenden privaten Raketen nicht, aber Flugpreise in der Grössenordnung von 100 000 Euro werden seit Jahren genannt - und Interessenten in dieser Kategorie gibt es reichlich.

Nur mit preiswerten, kommerziellen Reisen in den Orbit wird es noch lange nichts werden, kühnen Plänen für Weltraumhotels zum Trotz, die in den letzten Tagen oft in einem Atemzug mit Titos Flug genannt wurden. Der Grund: Es fehlt an Trägersystemen, die eine Last (z.B. auch einen Menschen) für signifikant weniger als die heute immer noch aktuellen grob 10 000 Euro pro Kilogramm in eine Umlaufbahn befördern können. Alle Entwicklungen in dieser Richtung, seitens der NASA ebenso wie zahlreicher privater Unternehmen, sind gescheitert, entweder an technischen Hürden oder am Mangel an ausreichend vielen Kunden aus dem Sektor der Nachrichtensatelliten (auf den noch jedes System langfristig angewiesen war). Ja, wenn die Touristen kämen, wird nun immer wieder insistiert, dann würde der Weg ins All auch billiger, ganz wie in der Luftfahrt. Doch ohne real existierende Billigraketen kommt natürlich keiner ... [9.5.2001]

[264] Links: Interfax mit der Meldung, dass es die nächsten 2 bis 5 Jahre keine Soyuz-Touristen mehr geben werde, Space.com mit der Spekulation, dass die Soyuz-Sitze bald meistbietend versteigert werden könnten, und ein langer Artikel des CNN Financial Network über die preiswerteren Wege zur Weltraumerfahrung, mit Links zu vielen Anbietern.

Kommt noch eine Rechnung aus den USA für Unkosten, die Titos Reise der NASA verursacht hat? Das behauptet zwar der NASA-Chef, aber sowohl die russischen Organisatoren des Fluges wie Tito selbst sehen das anders.



Neue Karten der kosmischen Hintergrundstrahlung schärfer denn je

Vor wenigen Jahren noch war »Präzisions-Kosmologie« ein Widerspruch in sich, doch Ende der 90er Jahre haben die Messdaten plötzlich eine Qualität erreicht, die immer genauere Tests der theoretischen Vorstellungen vom Beginn und der Entwicklung des Kosmos ermöglichen. Besonders deutlich wird das bei der Messung der Intensitätsschwankungen der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung durch die jüngste Generation von Radioteleskopen: Vor einem Jahr gelang der klare Nachweis von Mustern in der Hintergrundstrahlung auf einer Grössenskala von einem Grad, die auf eine ingesamt flache Geometrie des Alls hinwiesen (siehe Artikel
11, 22 und 175).

Und jetzt ist noch besseren Karten des Mikrowellenhintergrunds eine weitere Information abgerungen worden: Die neuesten Daten, die am vergangenen Wochenende auf einer Physiker-Tagung in Washington vorgestellt wurden, zeigen noch im Bereich eines Zehntel Winkelgrad eindeutige Intensitätsvariationen - der »zweite Peak« im Winkelspektrum, den die 2000er Daten nur andeuteten, ist jetzt eindeutig zu sehen. Und er ist, im Gegensatz zu den alten Daten, auch nicht »zu klein«, sondern hat genau die richtige Höhe, um zu den aktuellen Vorstellungen über die Produktion normaler (baryonischer) Materie in den Minuten nach dem Urknall zu passen.

Veteranen der Kosmologie wie Mike Turner hatten das schon letztes Jahr vorausgesagt: Die Theorie des Urknalls ist so zuverlässig geworden, dass man schon eher der Theorie als vermeintlichen Widersprüchen in den Daten trauen darf! Vor allem die Ergebnisse des Radiointerferometers DASI in der Antarktis stellen nun den neuen Standard dar: Baryonische Materie trägt danach 4.5% zur Gesamtenergie des Universums bei, dazu kommen 8-mal so viel mysteriöse Dunkle Materie - und den Rest der Energie, die den Kosmos »flach« macht, steuert die nicht minder sonderbare Dunkle Energie bei. Alle Zahlen über das All passen nunmehr - zum ersten Mal - zusammen. Doch warum sie so sind, wie sie sind, und wieso der Kosmos alles andere als der einfachste denkbare ist, darüber muss noch viel nachgedacht werden ... [30.4.2001]

[263] Links: Pressemitteilungen der Univ. of Chicago, der NSF und der NASA.



ISS-Computer laufen wieder, Endeavour auf dem Heimweg, Soyuz angekommen

Am Ende ging alles ganz schnell: Den Astronauten auf der ISS gelang es, zwei der drei Zentralrechner hochzufahren, der Canadarm2 konnte dem Canadarm1 die Palette übergeben, mit der er auf Destiny abgesetzt worden war (Abb.), und da auch das Logistikmodul Raffaello bereits wieder in der Endeavour verstaut war, konnte sie die ISS am Abend des 29. April verlassen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Soyuz TM-32 bereits die Verfolgung der Raumstation aufgenommen: Russen und Amerikaner hatten sich nach anfänglichem Streit (siehe Artikel 260) auf einen pünktlichen Start geeinigt, nach dem die zwei Kosmonauten und ihr Passagier einfach so lange um die Erde kreisen sollten, bis die ISS frei war. Am Morgen des 30. April war es dann so weit, und die Soyuzkapsel wird nun die nächsten 6 Monate als Rettungskapsel angedockt bleiben, während ihre Piloten und der »ungebetene Gast« nach fünf Tagen mit der alten Kapsel wieder abreisen. [30.4.2001]

[262] Links: Wie es auf der ISS zugeht in häufigen Updates, sowie Artikel von BBC, Spaceflight Now, Rheinische Post und SPIEGEL.



Grosse Staubteilchen im Orionnebel zeugen vom Beginn der Planetenbildung

Der Staub, aus dem die berühmten »Proplyds« (Protoplanetary Disks) um viele junge Sterne im Orionnebel bestehen, ist grau: Das ist jetzt anhand von Hubbledaten nachgewiesen worden und alles andere als eine banale Feststellung. Denn Staub im Raum zwischen den Sternen hat in der Regel eine stark rötende Wirkung auf alles, was dahintersteht, weil die Teilchen winzig sind. Bei Staub, der Licht aller Farben in gleicher Weise schluckt, müssen die Partikel bereits um ein Vielfaches angewachsen sein.

Damit wären die allerersten Anfänge einer möglichen Planetenbildung in den Proplyds zwar gemacht, doch es ist noch unklar, ob die Zusammenballung grundsätzlich bis zur Grösse kleiner Planetenembryonen fortschreitet. Und das starke UV-Licht der massereichsten Sterne im Orionnebel zerstört überdies zumindest all jene Staubteilchen, die nicht geschützt sind: In der Summe bleibt erst einmal offen, ob die Entstehung erdähnlicher Planeten nun wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher geworden ist. [30.4.2001]

[261] Link:
STScI Press Release.

Ein Pferdekopfnebel zum 11. Startjubiläum Hubbles, bei dem Daten des Weltraumteleskops und eines 90-cm-Reflektors auf der Erde kombiniert wurden: ESA HST Release.


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