Meldungen Nr. 481 bis 490
vom 25.6.2002
Zu den aktuellen Meldungen


Ringförmige SoFi mit Hindernissen

Einige wenige waren auf entlegene indonesische Inseln gereist, andere, v.a. Japaner, auf die Nördlichen Marianen - und viele mehr an die Westküste Mexikos: Die Zone der Ringförmigkeit der Sonnenfinsternis vom 11. bis 10. Juni (sie überquerte die Datumsgrenze ostwärts!) überstrich den gesamten Pazifischen Ozean, traf aber aber nur wenige Quadratkilometer festes Land.

Die klarste Sicht hatten, nach einem Wolkenkrimi, die Beobachter auf den Marianen-Inseln Tinian und Saipan, die größten Abenteuer hingegen waren an der mexikanischen Pazifikküste südlich von Puerto Vallarta zu erleben: Wegen dichter Wälder und nur mühsam erreichbarer Strände hatten viele Amateurastronomen kurzerhand auf einem mexikanischen Ausflugsdampfer angeheuert, der eigentlich vor der Küste die optimale Position anzusteuern versprach.

Bedauerlicherweise hatte sich zwei Tage vor dem Ereignis plötzlich der Tropensturm »Boris« vor just dem entscheidenden Küstenstreifen gebildet, und die Finsternis wurde zum Glücksspiel. Am Ende hat jeder mehr oder wenige große Fragmente des besonders dünnen Sonnenrings 1° über dem Horizont zu sehen bekommen, und für die Schiffspassagiere gab es in der stürmischen See als Zugabe ein nautisches Abenteuer besonderer Art ... [25.6.2002]

[490] Links: ein Bericht aus Tinian, eine Sammlung diverser Berichte aus Mexiko und individuelle Seiten von Bruenjes, Marlot, Schneider, Arpin und Fischer (von Bord des Schiffs).

Ein 100-Meter-Asteroid kam bis auf 120'000 km an die Erde heran und wurde erst drei Tage danach entdeckt: ein NEO Centre Press Release, Artikel von New Scientist, Sky & Tel., Astronomy, Rhein. Post und SPIEGEL - und eine aktuelle Liste der größten Annäherungen von Asteroiden an die Erde, jedenfalls aller bekannten Fälle.

Venus und Jupiter begegneten einander Anfang des Monats am westlichen Abendhimmel - und es gab prompt wieder die (erwarteten) UFO-Meldungen: eine Bildergalerie, ein Artikel der CENAP und eine Vorschau der NASA.

Das Schicksal von Celestron ist weiterhin ungewiß, nach dem Untergang des gegenwärtigen Besitzers der Teleskopfirma, Tasco, und andauerndem Patentstreit mit dem Hauptkonkurrenten Meade: Sky & Tel.



CONTOUR: Eine Billigsonde zu zwei (oder drei) Kometen

der NASA soll im Juli starten; Startfenster gibt es zwischen den 1. und 25.7. So preiswert war noch keine wissenschaftliche Kometenmission: Gerade einmal 109 Mio.$ kosten die Sonde, ihre Instrumente und ihre Betreuung während der gesamten Reise bis 2006, zzgl. nur noch ca. 60 Mio.$ für eine besonders preiswerte Delta II mit nur 4 Booster-Raketen. Die meiste Zeit wird CONTOUR (Comet Nucleus Tour) nämlich »schlafen« und nur für mehrere Vorbeiflüge an der Erde - und natürlich den Kometen - kurz aufgeweckt.

Zunächst soll CONTOUR in einer elliptischen Bahn um die Erde (114'700 x 200 km) geparkt (mehr schafft die schwache Delta-Version nicht) und erst am 15. August auf eine heliozentrische Bahn geschossen werden. Exakt ein Jahr später gibt es dann den ersten Swingby an der Erde, und die 970-kg-Sonde nimmt Kurs auf den kurzperiodischen Kometen Encke, der am 12. November 2003 erreicht wird. Von einer von CONTOURs zwei Kameras werden dann aus 100 km Abstand zehnmal so scharfe Bilder wie vom Kern Borrellys (Artikel 340) erwartet, und es sind noch mehr Instrumente an Bord.

Da gibt es zwei Kameras: Eine schaut in Flugrichtung, und zwar über einen würfelförmigen Spiegel, der weitergedreht werden kann, wenn er durch Staubeinschläge erblindet ist, die andere - mit Farbfiltern - blickt zur Seite und verspricht die besagten Bilder mit bis zu 4 Metern Auflösung. Der Comet Impact Dust Analyzer CIDA (ein Duplikat des entsprechenden Instruments auf der Sonde Stardust, das die NASA diesmal kurzerhand in Deutschland gekauft hat) untersucht die chemische Zusammensetzung von einschlagenden Staubteilchen. Und ein Neutralgas- und Ionenmassenspektrometer kümmert sich um die Gase in der Kometenkoma.

Der Großteil der Instrumente und der Rest der Sondentechnik sind hinter einer 25 cm dicken Nextel- und einer kugelsicheren Kevlar-Schicht vor den Staubeinschlägen geschützt, wenn die Sonde mit 30 km/s durch Enckes Koma schießt. Solch ein zweilagiger Schild hat sich bereits 1986 bei Giotto bewährt, und diesmal soll er das Überleben von CONTOUR garantieren: Nach drei weiteren Erdvorbeiflügen 2004, 2005 und 2006 ist nämlich für den 19. Juni 2006 ein Vorbeiflug am Kometen Schwassmann-Wachmann 3 geplant, der sich markant vom alten und weitgehend ausgegasten Encke unterscheidet.

Der noch sehr junge »SW-3« ist in der Vergangenheit wiederholt aufgefallen, als Teile seines Kerns abbrachen: SW-3 ist demnach ein besonders zerbrechliches Objekt, an den sich um so besser untersuchen läßt, wie Kometenkerne eigentlich aufgebaut sind. Offiziell endet die CONTOUR-Mission (die vom bewährten Team der NEAR-Sonde betreut wird) am 30.9.2006, doch schon jetzt wird an eine Verlängerung und die Ansteuerung eines dritten Kometenkerns via weiterer Swingbys gedacht: Entweder wird es d'Arrest - oder aber ein heute noch gar nicht entdeckter ganz frischer Komet! [25.6.2002]

[489] Links: die Homepage, der Status, eine Pressemitteilung der ESA und Artikel von AW&ST und New Scientist.

Mars Odyssey hat den Arm des Gamma Ray Spectrometers ausgefahren und damit - am 4. Juni - das letzte kritische Manöver absolviert, das bessere Daten verspricht: Status Report.



Supernova 1987A: Das zweite Feuerwerk beginnt

in nicht allzu ferner Zukunft, wenn der Großteil der Ejekta der Sternexplosion vor 15 Jahren mit dem dichten Gasring kollidiert, der den untergegangenen Stern umgibt. Schon 1995 hat auf diesem Ring der erste »Hotspot« zu leuchten begonnen, und seit 1999 sind ständig mehr dazugekommen (siehe Artikel 55). Jetzt sind schon 17 solche Hotspots entlangs des Rings aufgereiht: Hier sind nach innen ragende Ausbuchtungen des Rings bereits von den schnellsten Supernova-Gasen erreicht worden.

Diese Geometrie erschließt sich aus der Tatsache, daß sämtliche Hotspots bisher punktförmig geblieben sind und sich nicht zu immer größeren Bögen vereinigt haben. Auch manifestiert sich einmal mehr der unsymmetrische Charakter der SN 1987A (s.a. Artikel 178): Auf der Ostseite des Rings gibt es doppelt so viele Hotspots wie auf der westlichen. Wann genau mit der Kollision der Ejekta mit dem Großteil des Ringmaterials zu rechnen ist, läßt sich noch nicht sagen, aber die SN 1987A bleibt ein dynamisches Motiv für das HST und andere Teleskope. [25.6.2002]

[488] Link: Columbia Univ. Press Release.

Aufwändige Simulationen von Supernovae in 3 Dimensionen sind mit heutigen Supercomputern möglich geworden - und sie haben bereits bestätigt, daß Konvektionseffekte eine Schlüsselrolle bei den Explosionen massereicher Sterne spielen: ein LANL Press Release und Artikel von Astronomy und Sky & Tel.

Wie Supernovae mit dem interstellaren Medium wechselwirken und so den kosmischen Kreislauf der chemischen Elemente schließen, ist mit mehreren Satelliten beobachtet worden: U. Mass. Press Release.

Das heiße interstellare Gas bildet Knoten und Filamente auch weit entfernt von den massereichen Sternen der Milchstraße, die für die Ionisisation dieses Warm Ionized Medium (WIM) sorgen - das hat der Wisconsin H-Alpha Mapper (WHAM) gezeigt: ein Press Release, Photos und die Homepage von WHAM.



Die Atmosphäre von Betelgeuse ist klumpig

Jedenfalls wenn man sie im fernen Ultravioletten mit dem Hubble Space Telescope und seinem STIS-Instrument beobachtet: Während frühere Bilder im nahen UV lediglich mysteriöse heiße Flecken in einer insgesamt kugelförmigen ausgedehnten Atmosphäre des Riesensterns zeigten, ist die Atmosphäre im FUV noch viel größer und vor allem stark geklumpt. Was das alles bedeutet, wissen die Beobachter noch nicht, außer: »Wir müssen noch viel über die Physik von Sternatmosphären lernen ...« [25.6.2002]

[487] Link: ein Press Release.

Die massereichsten Sterne sind gar nicht so heiß und leuchtkräftig wie man bisher dachte, haben Messungen des Satelliten FUSE gezeigt - typische O-Sterne sind demnach um die 10% kühler und um die Hälfte leuchtschwächer: ein GSFC Press Release.

Ein alter Stern »spritzt« mit Wasser-Jets, die sich dem Very Long Baseline Array durch H2O- Maserstrahlung verraten haben - dieses kurzlebige Phänomen könnte auch für die Gestalt vieler Planetarischer Nebel verantwortlich sein: ein NRAO Press Release und Artikel von NZ und SPIEGEL.

Die Winddynamik des Superriesen S Persei ist ebenfalls mit dem VLBA »gefilmt« worden, diesmal mit Hilfe von SiO-Masern: Univ. of Denver Press Release.



Warum eine Galaxie »falsch« rotiert: Ein Störenfried war schuld!

Sie ist der klarste bekannte Fall einer Spiralgalaxie, die mit ihren Armen voran rotiert, anstatt sie - wie von allen Theorien gefordert - hinter sich herzuziehen, und entsprechendes Aufsehen erregte NGC 4622 vor einem halben Jahr (
Artikel 392). Aber schon gibt es eine plausible Erklärung: Läßt man in - relativ einfachen - Computersimulationen eine andere, kleine Galaxie durch eine große Spirale hindurchlaufen, dann entstehen gewissermaßen in ihrem Schwerkraftsog ausgeprägte vorwärts rotierende Spiralarme! Das passiert fast immer, egal wie schnell der Störenfried ist oder wie nahe er am Zentrum der großen Galaxie vorbeieilt. Und auf einer HST-Aufnahme von NGC 4622 ist auch eine kleine Galaxie in der Nähe zu sehen, die der Täter gewesen sein könnte: Der Fall scheint gelöst. [25.6.2002]

[486] Quelle: Byrd & Buta, Poster 43.12 auf der 200. AAS-Tagung in Albuquerque am 5.6.2002.

Rotierende Scheiben im Inneren von Elliptischen Galaxien hat das Radiointerferometer BIMA nachweisen können - diese scheinbar primitiven Galaxien haben es wahrlich »in sich«: BIMA Press Release.

Jede Menge Röntgen-Doppelsterne in Elliptischen Galaxien hat Chandra entdeckt, und sie scheinen vorwiegend in Kugelsternhaufen entstanden zu sein - auch dies ein Indiz für eine »wilde Jugend« Elliptischer Galaxien: Chandra Press Release.

In 300 Mio. Jahren »knallt« es im Zentrum unserer Milchstraße, wenn ein neuer Schub von Sternentstehung in den dortigen Molekülwolken einsetzt - das glauben Radioastronomen aus einer neuen Durchmusterung (am Südpol!) hochrechnen zu können: CfA Press Release.



Hubbles NICMOS ist heute besser denn je

Die jüngste Servicing Mission (Artikel 440) war ein vollständiger Erfolg, steht nun fest: Nicht nur arbeitet die neue Kamera ACS tadellos (Artikel 470), auch das Infrarotinstrument NICMOS ist wieder im vollen Einsatz - und das unter besseren Betriebsbedingungen als jemals zuvor.

Als NICMOS noch von einem Block gefrorenem Stickstoff gekühlt wurde, lag ihre Temperatur bei 61-63 Kelvin, was eigentlich zu niedrig war: Das beste Verhältnis von Dunkelstrom und Quanteneffizienz besitzt sie nämlich bei 77 Kelvin, und auf exakt diesen Wert ist ihre Temperatur nun mit dem neuen mechanischen Kühlsystem eingestellt worden. Um erstaunliche 30 bis 40 % liegt damit ihre Empfindlichkeit über dem ursprünglichen Wert, und mindestens bis 2004 soll die - stromfressende - Kühlanlage nun betrieben werden.

Wozu aber überhaupt ein IR-Instrument im Weltraum hinter einem 2.4-Meter-Teleskop mit großem Aufwand retten, wo doch Adaptive Optik den 8- und 10-m-Teleskopen auf der Erde inzwischen auch beugungsbegrenzte Bilder verschafft? Der entscheidende Vorteil ist die Stabilität der Point Spread Function der Weltraumkamera, denn selbst bei der besten AO am Boden verändert sich die Form der geschärften Stern-Bilder andauernd, was z.B. die Photometrie in dichten Sternhaufen oder von Galaxien-»Oberflächen« ruiniert. [25.6.2002]

[485] Quelle: NASA-Pressekonferenz in Albuquerque am 5.6.2002. Links: Pressemitteilungen von STScI und ESA und Artikel von Sky & Tel., Astronomy, New Scientist, New York Times und SPIEGEL.

Hubbles Nachfolger startet frühestens 2010 - Probleme v.a. bei der Entwicklung eines zusammenfaltbaren 6-m-Spiegels werfen den Zeitplan für das NGST weiter zurück: AW&ST.

Jupitermond Io mit Adaptiver Optik gefilmt - die Bilder des Keck-Observatoriums zeigen zahlreiche heiße Vulkane klar aufgelöst: ein Keck Press Release und ein Nature Science Update.

Eine neue IR-Kamera am alten 100-Zöller auf dem Mt. Wilson hat - ebenfalls mit Adaptiver Optik - prompt drei schwache Begleiter heller Sterne aufgespürt: PSU Press Release.



Jede Menge mehr Planeten(?)-Transits

vor den Scheiben ihrer Sterne sind im Rahmen des OGLE- Projekts aufgespürt worden: Zu den ursprünglichen 46 Kandidaten (
Artikel 454) sind jetzt weitere 13 Fälle dazugekommen. Unter den nunmehr 59 Sternen, die von »etwas« kleinem und dunklem umkreist werden, das regelmäßig vor ihre Scheiben gerät, ist der Fall OGLE-TR-56 am interessantesten: Zehnmal ist es schon zu Transits gekommen, die Umlaufperiode beträgt nur 1.2 Tage und das Objekt muß einen kleineren Durchmesser als Saturn haben. Wenn Spektroskopie die Planetennatur des Finsterlings bestätigt, dann wäre es einer der kleinsten Exoplaneten. [25.6.2002]

[484] Link: IAUC # 7925.

Weitere Transitkandidaten von anderen Programmen, die die Helligkeiten tausender Sterne überwachen (vgl. Artikel 434), beginnen inzwischen auch einzulaufen - die Exoplanetenjagd tritt in eine neue Phase: Space.com.



Zwei »andere Jupiters« unter 23 neuen Exoplaneten

Mitte Juni gab es einen wahren Schwall neuer Entdeckungsmeldungen von Planeten fremder Sonnen mit der schon klassischen Radialgeschwindigkeitsmethode: 12 wurden von einer amerikanischen Gruppe entdeckt, 8 von einer europäischen und 3 unabhängig von beiden Gruppen. Nicht nur wird die Statistik immer besser (und es gibt nun einen fremden Planeten mit vielleicht nur 40 Erdmassen): Die Amerikaner und die Europäer konnten je einen Exoplaneten melden, der »unserem« Jupiter in mindestens einer Eigenschaft verblüffend ähnelt.

Der »amerikanische« Jupiter ist einer von drei Planeten von 55 Cancri (der erste war schon seit 1996 bekannt): Er hat 5.5 AU Abstand von seiner Sonne (der Jupiter hat 5.2), 13 Jahre Umlaufszeit und ist der sternenfernste Exoplanet, der bisher dingfest gemacht werden konnte. Allerdings ist seine Bahn elliptisch, und die Masse liegt bei mindestens dem 4.3-fachen Jupiters. Weil zwischen diesem und den beiden inneren Planeten eine große Lücke klafft, könnten hier durchaus auch erdähnliche Planeten vorkommen, wie Simulationsrechnungen zeigen - nachzuweisen wären sie mit heutiger Technik allerdings nicht.

Der »europäische« Jupiter hat nur 3.7 AU Abstand von seiner Sonne und 7 Jahre Umlaufszeit (um den Stern HD 190'360), dafür ist seine Bahn aber praktisch kreisförmig - und die Mindestmasse des Planeten liegt bei 1.1 Jupiters. Vor allem aber: In diesem System gibt es keine heissen Jupiters! Schon fast ein Gegenstück zu unserem Sonnensystem also. Die spektroskopische Technik ist heute praktisch genau genug geworden, um die Schwerewirkung fremder Exojupiters auf ihre Sonnen noch nachzuweisen. Und mehrere der weltweiten Suchprogramme laufen bereits lang genug, um Orbits von einem Jahrzehnt Dauer verfolgt haben zu können: Mit weiteren »Analog-Jupiters« ist zu rechnen. [25.6.2002]

[483] Links: ein NASA Press Release, Science@NASA, ein Nature Science Update, Spaceflight Now und Science News über den amerikanischen und ESA Science News, Spaceflight Now und Astronomy über den europäischen Analogjupiter. Zusätzliche Quelle: Science vom 21.6. S. 2124.

Die kühlsten Braunen Zwerge treten manchmal paarweise auf, haben Beobachtungen mit Hubble und Keck gezeigt - zwischen den beiden T-Zwergen liegen jeweils nur 2 bis 5 AU: Press Release.



Lassen Asteroidenschwärme einen Stern »blinzeln«?

Alle 48.3 Tage verdunkelt sich der Stern KH 15D auf nur noch 4% seiner nominalen Helligkeit und bleibt rund 18 Tage lang so finster - dann ist wieder alles beim alten. Dieses bizarre Verhalten des jungen sonnenähnlichen Sterns (im durch Hubbles ACS berühmt gewordenen Konus-Nebel;
Artikel 470) läßt sich nicht durch einen Planeten oder Begleitstern erklären, sondern am ehesten durch lange Bögen aus dunklem Material - zum Beispiel Schwärme von Planetenbaumaterial in einer zirkumstellaren Scheibe, die durch das Schwerefeld eines Planeten zusammengehalten werden. Möglicherweise umkreisen sogar zwei einander gegenüber liegende Schwärme KH 15D alle 96 Tage. Ähnliche Transits von unfertigen Planeten, allerdings ohne feste Periode, sind möglicherweise auch bei SU Aurigae nachgewiesen worden - siehe Artikel 398. [25.6.2002]

[482] Links: ein Wesleyan Press Kit und Artikel von Spaceflight Now, Sky & Tel., New Scientist und SPIEGEL.

Ein bipolarer Mikro-Jet eines jungen Sterns sowie eine zirkumstellare Scheibe hat das HST um DL Tauri abgebildet - und dunkle Bänder in der Scheibe könnten Bahnen sein, die Planeten bereits leer gefegt haben (oder es sind bloß Schatten): GSFC Press Release.



Erste HESSI-Daten verwirren Flare-Forscher

Seit seinem Start im Februar hat der neue Sonnensatellit der NASA (
Artikel 419) bereits über 100 große und zahllose Mikro-Flares auf der Sonne registriert und abgebildet - und prompt die Theoretiker in Verlegenheit gebracht. Denn nach den HESSI-Daten werden erst Teilchen in den Magnetfeldern der Sonne beschleunigt, und erst später heizt sich dort die Atmosphäre auf. Die Teilchenbeschleunigung macht sich durch harte Röntgen-Bremsstrahlung bemerkbar, wenn die Teilchen auf das dichtere Gas der inneren Korona prallen. Die Aufheizung des Gases jedoch, erkennbar an EUV-Strahlung, setzt jedes Mal erst später ein. [25.6.2002]

[481] Links: Pressemitteilungen von GSFC und SwRI und ein Artikel von Sky & Tel.

»Wetterkarten« der Strömungen in der Sonne in verschiedenen Tiefen unter der Oberfläche sind durch SOHOs MDI-Instrument und die Analyse von Schwingungen der Sonne möglich geworden: Univ. of CO Press Release.

Jede Minute eine neue Magnetkarte der Sonne liefert die neueste Version des weltumspannenden GONG-Systems, so häufig wie keine andere Technik: Press Release.

Auch GONG kann die Rückseite der Sonne »sehen«, dank der weltweiten Oszillationsmessungen dieses Netzwerks sogar mit ähnlicher Qualität wie SOHO (vgl. Artikel 259): Press Release.


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