| Tragfähigkeit laut Hersteller | 30 kg (fotografisch) |
| Gewicht | 24 kg mit Titanachsen 27 kg mit Stahlachsen |
| Schneckenraddurchmesser (Zahl der Zähne) | 112 mm (220) |
| Achsdurchmesser | 50 mm |
| Achslager, Durchmesser | Kugellager, 90 mm |
| Material Schnecke / Schneckenrad / Achse | Stahl / Bronze / Titan (Stahl) |
| Schneckendurchmesser | 15 mm |
| Motoren | Escap 530 Scheibenläufer (Schrittmotor, Microstep) |
| Periodischer Fehler laut Hersteller | 5" |
| Durchmesser Gegengewichtsstange | 30 mm |
| Stromaufnahme im Normalbetrieb | 230 mA (einstellbar) |
| Steuerung | Dynostar X3, Autoguideranschluss, LX200 kompatibel |
Dieser Adapter (Fig. 1 und 2) lässt sich direkt in den G11 Stativkopf einsetzen und über drei M10 Imbusschrauben festziehen. Die entsprechenden 3/8-Zoll Bohrungen im Stativ hab ich dafür um etwa einen Millimeter aufbohren müssen. So ist eine stabile Verbindung zwischen Montierung und Stativ gegeben, oftmals ein Schwachpunkt anderer Konstruktionen, der zu Schwingungsanfälligkeiten führt. Der Berlebach-Stativadapter ist dann überflüssig.
Der Polblock der MM ist sehr massiv und hält seine Position zuverlässig. Er wird über grosszügig ausgelegte Hebel an den Klemmschrauben fixiert, ohne dass hierbei die Justage veroren geht. Die Hebel an diesen Klemmschrauben lassen sich über einen Federmechanismus durch "hochziehen" entriegeln, verdrehen und wieder einrasten, ohne die Klemmung selbst zu lockern.
Einen Schönheitsfehler gibt es: je nach eingestelltem Breitengrad ist jetzt eine Druckschraube zu lang und stösst an der Montierung an, während die andere zu kurz ist und den umgesteckten Messingzapfen nicht mehr erreicht. Beim Hersteller kann man sich die jeweils anderen Schrauben nachreichen lassen. Neuere Versionen der MM besitzen möglicherweise eine integriertere Lösung für den Polblock, die das Umstecken überflüssig macht.
![]() Fig. 17: Strichplatte des Losmandy Polsuchers |
Die MM verfügt über zwei unabhängige Encodersysteme. Die GoTo-Positionierung erfolgt über eine Auszählung der Motorschritte selbst und ist bei Einnordung mittels Polsucher auf etwa ein bis zwei Bogenminuten genau. Man kann die MM aber auch manuell positionieren, ohne dass die Initialisierung verloren geht. Hierfür sorgen zwei separate optische Encoder, die direkt an den Achsen ablesen und über ein Kabel fest mit den Motoren verbunden sind.
Die beiden ESCAP 530 Motoren sitzen nicht direkt an der Schnecke. Zwischengeschaltet ist noch ein Getriebe, das eine 18:1 Untersetzung besorgt, sprich 18 Motorumdrehungen bewirken eine Schneckenumdrehung. Durchgeschleift ist eine manuelle Verstellung (siehe Fig. 18-20), mit der feinfühlig korrigiert werden kann. Eine Umdrehung des Motors beziehungsweise der manuellen Verstellung bewirken einen Versatz um etwa 5.5 Bogenminuten am Himmel.
Sitzt die Schnecke versehentlich zu fest oder fährt man das Teleskop gegen einen Widerstand (Wand, Stativ...), dann schützt eine spezielle Kupplung das System vor Beschädigungen, indem sie den Motor 'durchrutschen' lässt. Im laufenden Betrieb erkennt man das an einem tackernden Motorgeräusch (sonst praktisch unhörbar) und einer leicht vor- und zurückspringenden Bewegung der manuellen Verstellung während der Nachführung. Bei nicht ganz so streng eingestellten Schnecken (aber dennoch zu streng) bewegt sich das Teleskop nicht bei Goto mit hohen Geschwindigkeiten, und der Motor gibt auffallende Geräusche von sich. Ein Gefühl für das Ansprechen dieser Kupplung bekommt man, indem man bei laufender Nachführung einfach gegen den Widerstand des Motors die manuelle Verstellung festhält.
Neue Ausführungen der MM (ab Dezember 2002) verfügen über ein sogenanntes Non-Block-System (NBS), das die Rutschkupplungen der Achsen schützt, wenn diese bei fest angezogener Klemmung einen kräftigen Schlag bekommen (sollte bei normalem Umgang mit der Montierung aber ohnehin nicht vorkommen).
Das folgende gilt vermutlich nur für Modelle der MM, die noch nicht über das Non-Block-System verfügen (älter als Dezember 2002). Die Lagerung in neueren Versionen ist offenbar abgeändert worden.
Die Justage der Schnecken der MM ist nicht sonderlich schwierig. Man sollte sich jedoch mit dem dahinterstehenden Prinzip bekannt machen, ehe man sich blind an eine Justage macht. Ist man damit einmal vertraut, dann genügt es kurz die beiden Zug- und Druckschrauben in Fig. 25 nachzustellen, ohne dass man den Motor wie oben beschrieben entfernen müsste. Das funktioniert auch Nachts im Dunkeln wenn es sich als erforderlich erweisen sollte. Möchte man jedoch etwas mehr als ein kurzfristig entstandenes störendes Spiel wegjustieren, so sollte man sich die Mühe machen und den Motor abnehmen, so dass man per Hand die Schnecke direkt drehen kann. Die Gängigkeit lässt sich so am besten beurteilen. Der Schneckenblock selbst braucht nicht abgeschraubt zu werden.
Um die Sache genauer zu verstehen kann man wie oben beschrieben die Motor-Encoder-Einheit abnehmen und die grosse Abdeckung entfernen, aus denen die Achse mit ihrer Klemmung herausragt. Beim Blick von unten auf die Schnecke und das Schneckenrad erkennt man, dass die Schnecke auf der motorabgewandten Seite drehbar um eine Achse gelagert ist (Fig. 26 und 27). Auf der motorzugewandten Seite der Schnecke finden sich jeweils zwei Zug- und Druckschrauben, mit denen die Schnecke zum Schneckenrad hin- bzw. von ihm weggedrückt werden kann. Eine optimale Justage ist erreicht, wenn sich die Schnecke in Fig. 28 per Hand mit mässigem Kraftaufwand gleichmässig in beide Richtungen um 360 Grad drehen lässt, und gerade eben kein Spiel mehr beim direkten "Wackeln" an den Achsen hörbar ist. Durch sukzessives Lockern der Druckschrauben und Anziehen der Zugschrauben kann man sich dem gut annähern. Ist man schon nahe am optimalen Punkt angelangt, so genügen bereits Drehungen von 10 Grad und weniger an den Druckschrauben, um fühlbare Änderungen hervorzurufen.
Sitzt die Schnecke zu dicht am Schneckenrad (gar kein Spiel mehr) oder ist sie durch unsymmetrisches Anziehen der jeweiligen Zug- bzw. Druckschraubenpaare leicht verkantet, so lässt sie sich per Hand kaum oder gar nicht mehr bewegen bzw. bleibt nach Bruchteilen einer Umdrehung stecken. Durch Drehen an der manuellen Verstellung bei angekuppeltem (Schraube festziehen!) Motor fühlt man das NICHT, da durch die 18:1 Untersetzung ein wesentlich grösseres Drehmoment auf die Schnecke ausgeübt werden kann und so Ungleichmässigkeiten im Schneckenlauf nicht bemerkt werden.
Nach erfolgreicher Justage und wieder angebautem Motor sollte sich die manuelle Verstellung durch einfaches Auflegen eines Fingers und leichten Druck drehen lassen. Das Spiel, das man hier gegebenenfalls bei schnellem Richtungswechsel hört, stammt vom Motor bzw. der Untersetzung selbst.