Normalerweise bleiben die Systemkomponenten eingeschaltet.
Ist das System ausgeschaltet, müssen folgende Komponenten eingeschaltet bzw. eingesteckt werden:
Das Steuerprogramm läßt sich vom Datenaufnahmerechner (UPC64) aus unter dem Menüpunkt Astro, Unterpunkt HoLiCS starten (als Benutzer ccd).
Wenn das Terminal-Fenster nur kurz erscheint und gleich wieder verschwindet, läuft das Programm wahrscheinlich schon in einem anderen Fenster.
Von Hand läßt sich HoLiCS auch starten: Auf dem Teleskopsteuerrechner (UPC69) als ccd einloggen und HOLICS eingeben. (Dabei muß das Terminalfenster groß genug sein, damit der Bildschirmaufbau richtig funktioniert ein Konsolenfenster reicht hier nicht.)
Damit das Teleskop bewegt werden kann, müssen die Motor-Endstufen freigegeben werden. Dazu sind die unteren, schwarzen Drehschalter bei den Motorsteuerungen auf manuell zu stellen.
Erscheint in der Motorstatusanzeige im Programmfenster statt dessen immer noch in rot Amp/Lim Sw., haben möglicherweise die Endschalter angesprochen. Dies kann z. B. daran liegen, daß das o. a. Schütz noch nicht eingeschaltet ist.
Schließlich müssen noch die Not-Aus-Schalter im Steuerrechnerraum und in der Kuppel durch Herausziehen des Knaufs scharf gemacht werden.
Im Programmfenster sollte der Motorstatus dann in grün OK anzeigen.
Sind die Notschalter aktiv, wird dies durch die rote Anzeige Emerg. Sw. in der Motorstatusanzeige dargestellt.
Die Encoder müssen normalerweise nur beim ersten Programmstart nach dem Einschalten des Rechners neu kalibriert werden. Dann wird eine entsprechende Meldung angezeigt. Andernfalls kann man das Teleskop sofort positionieren.
Wenn diese Meldung nach dem Programmstart angezeigt wird, sollte man sich davon überzeugen, daß das Teleskop ungefähr im Zenit steht. Ist dies der Fall, (((((**kann man durch Befolgen der Bildschirmhinweise die Encoder-Referenzmarken überfahren und die Encoder damit kalibrieren.*)))))
Die Encoderposition im Zenit sollte sein: -00H 06M 27 +04D 15' 39"
Beim Überfahren der Referenzmarke geht der Status der Refmark Search des jeweiligen Encoders im Programmfenster von 1 in 0 über. Der Encoder ist dann kalibriert.
Wenn das Teleskop nicht im Zenit steht, bitte Rücksprache mit mir (Pascal Hirsch) halten (solange die automatische Kalibrierung noch nicht in Betrieb ist). Die Telefonnummer findet sich vorne im Beobachtungsbuch.
Drückt man die Taste S (Großschrift!), kann man anschließend neue Zielkoordinaten setzen. Diese werden in freiem Format (als einfache Zahlensequenz) angegeben, z.B.:
Für RA = 01H
10M 10.5S, DEC = +20° 20' 20'',
Equinox J2000:
1 10 10.5 20 20 20 2000
Tipp: Liegen die Koordinaten in dieser Form bereits in einem anderen Fenster vor (z. B. in einer Liste in einem Editorfenster), kann man sie dort mit der Maus markieren und durch Drücken der mittleren Maustaste in das Steuerprogramm übernehmen.
Anschließend werden die neuen Zielkoordinaten und die aktuelle Zielposition im Horizontsystem (Azimut / Elevation) angezeigt. Wenn die resultierende Teleskopachsenposition nicht erlaubt ist (z. B. weil die minimal zulässige Elevation unterschritten würde) werden die betreffenden Koordinaten in roter Farbe dargestellt. Das Teleskop läßt sich dann nicht positionieren (das Ziel kann nicht aktiviert werden, s. u.).
Darüber hinaus gibt es folgende vordefinierte Ziele, die durch Angabe eines einzelnen Buchstabens ausgewählt werden können:
F |
Dome-Flats | |
W |
Werkstattposition für Gewichtswechsel | |
Z |
Zenit |
Positionen im Horizontsystem lassen sich durch Voranstellen eines A und Angabe von Azimut und Elevation in Grad, Minuten und Sekunden angeben. Vorgaben im Mount-System werden durch ein vorangestelltes H gekennzeichnet (Stundenwinkel in Stunden, Minuten, Sekunden, Deklination in Grad, Minuten, Sekunden).
Sind die aktuellen Zielkoordinaten zulässig, kann das Ziel durch drücken der Taste T aktiviert und angefahren werden. Nach Anfahren des Ziels im Positioniermodus (Slewing) geht das Teleskop automatisch in den Nachführbetrieb über. Das schnelle Anfahren läßt sich durch erneutes Drücken von T unterbrechen (Ziel deaktivieren).
Erneutes Drücken von T deaktiviert das Ziel und beendet den Nachführbetrieb. Das Teleskop verharrt dann in der aktuellen Position.
Bei Unterschreiten der minimal zulässigen Elevation wird der Nachführbetrieb automatisch unterbrochen.
Am Ende einer Beobachtungsnacht sollte das Teleskop in den Zenit gefahren werden. Dies kann entweder durch Eingabe eines Z als Zielkoordinate und anschließendes Aktivieren oder bei gestopptem Nachführbetrieb einfach durch drücken der Taste Z geschehen. (Anm.: Der Zenit als Ziel wird aufgrund des Getriebespiels meist nicht ganz genau erreicht; das Teleskop pendelt dann um diese Position. Dann kann man das Ziel einfach durch drücken von T wieder deaktivieren.)
Die schwarzen Drehschalter unter den Motorsteuerungen sollten auf aus gestellt werden und der Not-Aus-Schalter im Steuerrechnerraum sollte eingedrückt werden.
Schließlich sollte das Programm mittels Q beendet werden.
(Dabei wie auch bei einem eventuellen Programm- oder Rechnerabsturz werden die Motoren automatisch ausgeschaltet; die Drehschalter bieten redundante Sicherheit.)
Erscheint in der Motorstatusanzeige im Programmfenster in rot Mot/Lim Sw., kann dies mehrere Ursachen haben:
Einige Parameter können noch nicht über die
Benutzerschnittstelle interaktiv gesetzt werden. Diese müssen
von Hand in der Datei Observation.dat
eingetragen werden.
Diese Parameter sind: Die atmosphärischen Bedingungen (Druck, Temperatur, rel. Luftfeuchte), beobachtete Wellenlänge und DUT, die Zeitdifferenz zwischen UT und UTC (siehe Diplomarbeit). Normalerweise müssen diese Parameter nur für Beobachtungen mit besonderen Anforderungen an die Positionsgenauigkeit (z. B. Langzeit-Aufnahmen in Horizontnähe oder Pointingmessungen) genau eingestellt werden; am kritischsten ist noch der Luftdruck, da sich die Refraktion proportional dazu verhält. Im Normalfall liegt die erreichbare Nachführpräzision auch ohne angepaßte Parameter deutlich über der des alten Systems.
Achtung: Die Zuordnung der Parameter erfolgt z. Zt. nur über ihre Position in der Datei. Daher sind Unstimmigkeiten zwischen Dokumentation und Quelltext sehr leicht möglich!
Reihenfolge und Einheiten der Parameter: