Einführung in UNIX (Teil 2)
Die Buchstaben a b c werden nicht auf dem Bildschirm ausgegeben, sondern
in die Datei Buchstaben.txt umgeleitet.
> man ls > Hilfe.txt
Der Inhalt des Befehls man ls wird in eine Datei Hilfe.txt umgeleitet.
Falls die Datei Hilfe.txt noch nicht existiert, so wird sie erzeugt.
Achtung: Ein bereits vorhandener Dateiinhalt wird ohne Warnung überschrieben!!!
Will man noch etwas zur Datei Hilfe.txt hinzufügen, so benutzt
man die Variante
> Befehl >> Datei
Beispiel::
> man cp >> Hilfe.txt
Der Inhalt des Befehls man cp wird der Datei Hilfe.txt hinzugefügt.
3.)Pipe - Mechanismus
Mit dem Pipe-Symbol | können UNIX-Befehle miteinander verknüpft
werden.
> Befehl1 | Befehl2 | Befehl3 ...
Die Ausgabe von Befehl1 wird direkt als Eingabe von Befehl2 verwendet
usw.
Beispiel::
> ls -l | more
Das ausführliche Inhaltsverzeichnis des aktuellen Verzeichnisses
wird seitenweise angezeigt.
Anzeige von laufenden Prozessen
Jedes Programm, das auf einem UNIX-Rechner gestartet wird, bekommt eine
Prozeßnummer (PID) zugeordnet, das mit dem Befehl ps angezeigt werden
kann.
> ps auxww
Mit auxww werden alle eigenen auf dem Rechner laufenden Prozesse ausgegeben.
Alternative:
> top
ruft eine sich ständig aktualisierende Übersicht über
alle auf dem Computer laufenden Prozesse auf.
Prozesse abbrechen
Man kann UNIX-Befehle und Programme mit der Tastenkombination Ctrl c
abbrechen. (außer sie werden im Hintergrund ausgeführt).
Prozesse beenden
> kill [-Signal] Prozeßnummer
Die Prozeßnummer eines Programms erhält man über den
Befehl ps oder top (s.o.).
Beispiel:
> kill -9 5342
Der Prozeß mit der Nummer 5342 wird sofort beendet.
Man verwendet das Signal -9 immer dann, wenn das Programm durch einen
normalen kill-Befehl nicht beendet werden kann.
Es können nur die Prozesse abgeschossen werden, deren Eigentümer
man ist!!!
Einfache Shellscripte
Shellvariable
> set Obst = "Apfel"
> echo $Obst
Der string Apfel wird der Shellvariablen Obst zugewiesen. Der Inhalt
der Variablen Obst kann mit echo angezeigt werden, d.h. $Obst wird ersetzt durch seinen
Wert Apfel.
Kommando read
Das Kommando read liest eine beliebige Zeichenfolge von der Tastatur
ein. Diese wird einer Shellvariablen zugewiesen.
> read [variable...]
Schleife mit Schleifenzähler
for Variable [in Argumentenliste]
do
Kommandofolge
done
Beispiel:
for i in 1 2 3 4 5
do
echo "Dies ist der " $i ". Durchgang."
done
Kommando test
> test Ausdruck
Der Befehl test ist ein wichtiges Hilfsmittel, um Bedingungen auszuwerten.
Er evaluiiert einen Ausdruck. Wenn dieser den Wert true liefert, so wird
test beendet.
Mögliche Bedingungen, die mit test getestet werden kann, sind:
> test -f Datei
Testet ob die Datei vorhanden.
> test -r Datei
Testet ob die Datei vorhanden und lesbar ist.
> test -w Datei
Testet ob die Datei vorhanden und veränderbar ist.
> test -x Datei
Testet ob die Datei vorhanden und ausführbar ist.
> test -s Datei
Testet ob die Datei vorhanden und größer als 0 bytes ist.
Bedingte Anweisung
if Kommandofolge
then Kommandofolge
[elif Kommandofolge]
...
[else Kommandofolge]
fi
Beispiel:
> echo Hallo > Wort
> nedit &
if test -r Wort
then
echo "Datei ist lesbar"
else
echo "Datei ist nicht lesbar"
fi
Definition von Alias
Aliase sind shortcuts für UNIX - Kommandos.
> alias selbst_gewählter_Befehlsname auszuführender_Befehl
Beispiel:
> alias h history
Das Kommando history wird nun durch Eingabe von h ausgeführt.
Interressante Befehle
> touch Datei1 Datei2 ...
Erzeugt leere Dateien.
> who
Gibt eine Liste aller auf dem Rechner eingeloggten Benutzer
aus.
> which Programm
Gibt den kompletten Pfad an, in dem das angegebene Programm
steht.
> du Verzeichnis
Gibt an, wieviel Speicher ein Verzeichnis einnimmt.
Die Ausgabe von du erfolgt in Blöcken von 512 bytes.
Mit der Option -k werden 1024 Blöcke verwendet
> mc
Midnight commander (Norton Commander für UNIX)
FTP
FTP: File Transfer Protokoll
> ftp [ftp-Adresse]
Öffnet ftp (gegebenenfalls mit der angegebenen Adresse).
Der remote-PC mit der ftp-Adresse fragt nach login-Namen und Passwort
(für den Account auf dem remote-PC) . Falls man auf diesem Computer
keinen Account besitzt, so kann man sich in der Regel mit dem anonymous-Account,
der auf fast jedem ftp-Server eingerichtet ist, einloggen:
login: anonymous
password: e-mail Adresse
Als Password gibt man seine eigene e-mail-Adresse an.
ftp-Befehle:
> pwd
Arbeitsverzeichnis auf dem remote-PC anzeigen (Pfad).
> cd
Wechselt das Verzeichnis auf dem remote-PC.
> lcd
Lokales (auf dem eigenen Rechner) Verzeichnis wechseln.
> dir - ls
Zeigt den Inhalt des Verzeichnisses vom remote-PC an.
> mkdir
Erstellt ein Verzeichnis auf dem remote-PC.
> bin
Für den Empfang von nicht ascii (nur Text) Daten (binary).
> ascii
Für den Empfang von reinen ascii (nur Text) Daten
(kann man aber auch empfangen, wenn binary eingestellt ist).
> get Dateiname
Lädt die angegebene Datei auf den eigenen Computer.
> mget Dateinamen
Lädt die angegebene Dateien auf den eigenen Computer es
dürfen auch Platzhalter wie * verwendet werden.
> put Dateiname
Kopiert die Datei auf den remote-PC (wenn man dort Schreibrechte hat).
> mput Dateinamen
Kopiert die angebenen Dateien auf den remote-PC – es können
wieder Platzhalter verwendet werden.
> hash
Statusbalken für übertragene Bytes.
> prompt
Schaltet die Ja/Nein Abfrage bei m#### Befehlen an oder aus.
> bye
Beendet Sitzung und ftp-programm.
Sonstige Befehle:
> open [ftp-Adresse]
Öffnet die folgende Adresse (nur wenn man noch nicht eingeloggt
ist).
> user
Unter anderem Namen anmelden.
> close
Beendet ftp-Sitzung (aber nicht ftp).
> mdir
Gibt die Inhaltsangabe mehrer Verzeichnisse in eine Datei aus
> type
Datenübertragungstyp festlegen.
> delete Dateiname
Löscht die Datei auf dem remote-PC.
> mdelete Dateinamen
Löscht die Dateien auf dem remote-PC.
> rename
Datei umbenennen.
> rmdir
Verzeichnis löschen (beide Befehle sind nur ausführbar, wen
man Schreibrechte auf dem remote-PC besitzt).
> !
Zur Shell (Rückkehr mit exit).
> ?
Hilfe.
FTP- Suchmaschine:
Einfache Oberfläche:
http://ftpsearch.ntnu.no/ftpsearch/
Erweiterte Oberfläche:
http://ftpsearch.ntnu.no
WWW-Download-Programm
> snarf Internetadresse und Dateiname
Lädt Dateien sowohl von ftp- als auch www-Servern.
Download über Nacht
> nice {Enter}
nohup {Enter}
nice setzt die angeforderte Rechenkapazität herab.
nohup verhindert, daß das Programm bei logout beendet wird.
Rechner Fernsteuerung
> telnet Computer-Adresse
Öffnet telnet mit der angegebenen Adresse.
> rlogin Computer-Adresse
Einloggen auf einem Computer (mit der user-id des bisherigen
Rechners, man muß also nur ein Password eingeben) !Achtung nicht
auf jedem UNIX-Rechner vorhanden!
> rlogin Computer-Adresse -l andererusername
Wie oben, nur dass man sich als ein anderer User einloggt.
> slogin Computer-Adresse
Einloggen auf einem Computer (mit der user-id des bisherigen
Rechners) !Achtung nicht auf jedem UNIX-Rechner vorhanden! (slogin ist
übrigens wesentlich sicherer als telnet oder rlogin, da die Übertragung
zum anderen Rechner verschlüsselt wird).
Umleiten von Bildschirmausgaben
> setenv DISPLAY cipw##:0.0
Leitet den Bildschirminhalt um, falls ihr auf dem
angegebenen Rechner eine graphische Benutzteroberfläche laufen habt.