Nach seinem Studium der Physik, Mathematik und Philosophie, das er 1964 mit Diplom abschloss, promovierte Professor Fahr 1966 an der Universität Bonn. Nach seiner Habilitation 1971 im Fach Astrophysik wurde er 1978 zum Universitätsprofessor an der Universität Bonn ernannt. Er forschte und lehrte dort am Institut für Astrophysik und extraterrestrische Physik, einem der drei Vorgängerinstitute des Argelander-Instituts für Astronomie, und wurde 2005 emeritiert.
Professor Fahr war ein international hochanerkannter Experte auf dem Gebiet der Plasmaphysik im Sonnensystem. Bereits früh in seiner Karriere hat er die Existenz von Neutralgasteilchen interstellarer Herkunft in der Sonnenumgebung postuliert; erst viel später wurden diese dann experimentell nachgewiesen. Dieses von ihm begründete Forschungsfeld hatte an der Universität Bonn einen der weltweiten Brennpunkte. Professor Fahr und seine Gruppe war an vielen internationalen Programmen beteiligt. Er war von 1979 bis 1982 Präsident der Kommission Nr. 49 „Das interplanetarische Plasma und die Heliosphäre“ der Internationalen Astronomischen Union (IAU) und war sehr engagiert in der internationalen wissenschaftlichen Kooperation. Für seine nationalen und internationalen Verdienste als Astrophysiker wurde Professor Fahr 2003 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.
Neben seinem eigentlichen Forschungsschwerpunkt widmete sich Professor Fahr auch Fragen der Philosophie, der Relativitätstheorie und der Kosmologie, über die er mehrere Bücher verfasste. Auch nach seiner Emeritierung blieb er wissenschaftlich sehr aktiv und arbeitete beinahe täglich in seinem Büro am Argelander-Institut für Astronomie, auch noch wenige Tage vor seinem Tod. Seine ausgeglichene Persönlichkeit und sein freundlicher Umgang mit seinen Mitmenschen
machten ihn zu einem hochgeschätzten und beliebten Kollegen. Die Mitarbeitenden des Argelander-Instituts trauern um den Verlust und sprechen seiner Familie und Freunden ihr Mitgefühl aus.